82
Friedens, sein. Die Einsetzungsworte: „Der Herr Jesus inder Nacht, da er verrathcn ward," waren gesprochen undder Chorgesang: „Lamm Gottes, welches der Welt Sündeträgt" u. s. f. wurde angestimmt: da kam der Schutzherrder evangelischen Kirche Deutschlands, der König, und mitIhm der Kronprinz und Seine übrigen Kinder. Der Königsah blaß aus und war sehr ernst; der Friede Gottes lag aufSeinem edlen Angesicht und eine Thräne glänzte in Seinemfrommen Auge. Er sah aus wie Einer, der gebetet und denErlöser gefunden hat; wie Einer, der ein gutes Werk gcthanhat, und darauf das heilige Abendmahl empfängt. Er empfinges, das Brod, mit den Worten Christi: „Das ist mein Leib,der für euch gegeben wird; das thut zu meinem Gedächtniß."
Den Wein: „Das ist der Kelch, das Neue Testament inmeinem Blute, das für euch vergossen wird; Solches thutzu meinem Gedächtniß."
Segnend wurden diese tiefen Abcndmahlsworte an denLandeshcrrn gerichtet, über die ganze uniirte Landeskirchegesprochen, und es erscholl der uralte, aber ewig neue Lob-gesang: „Ehre sei Gott in der Höhe! Frieden auf Erden!Und den Menschen ein Wohlgefallen." Es war, als wennman den Frieden einer besseren Welt gefühlt hätte. Gewiß-lich war der Herr an diesem Orte; wie heilig die Stätte,von der sich ein Strom des Lebens über Millionen ergoß!Hier war Gotteshaus, hier die Pforte des Himmels. DerKönig kniete und betete; Er betete für sich und Seine Un-terthanen. Es folgte der Kronprinz in der Wärme der An-dacht; ihm seine Brüder, das Gefolge, und eine große MengeMänner und Frauen aus allen Ständen; die nicht mehrdurch verschiedene Confcssioncn getrennten, nun vereinigten