Druckschrift 
3,2 (1846)
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segnen. Alles war ruhig und still; man hörte kein Geräuschauf den Straßen; jeder öffentliche Verkehr schwieg; man er-kannte und ehrte das Seltene und Außerordentliche. Festlichgekleidet strömten die Menschen zu den Kirchen, Gott unddem Erlöser für seine großen Wohlthaten zu danken; Allefanden sich bewegt und angeregt, Alle waren gehoben durchdas dritte Jubelfest der Reformation, welches in den Preu-ßischen Landen ein Fest der Union war. Die vollgepfropfteHof- und Garnisonkirche ertönte von Pauken und Trompeten,das Lied: „Herr Gott dich loben wir," drang zum Himmel,und „Eine feste Burg ist unser Gott," sang jedes Herz.Der König war mit Seinem ganzen Hause gegenwärtig undAlle waren in geschmückter Staatsuniform. Der FeldpropstOffclsmcyer predigte über die Bibclstcllc: „Gedenket an eureLehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcherEnde schauet an, und folget ihrem Glauben nach." (Ebräer13, 7.) vortrefflich; er sprach goldene Worte über die Man-nigfaltigkeit und die Einheit der protestantischen Kirche;knüpfte daran geistreich das in Gott gcthanc Werk der Union;bewies, daß sie im Geiste Luthers läge, und entwarf vonihm eine meisterhafte Charakteristik. Der Schluß war: wirkönnten ihn, Calvin, und alle Reformatoren, nicht höherehren, Gott und dem Erlöser nicht dankbarer sein, als wennwir, bis dahin Lutherische und Resormirte, im ganzen LandeEine fest verbundene evangelische Kirche bildeten und christlichgesinnt wären. Es herrschte die ehrfurchtsvolle Stille tieferAndacht in der großen Versammlung und Jeder war wahr-hast erbaut. Einen vorzüglichen Punkt des hohen Festesbildete nun das heilige Abendmahl; es sollte nach langerTrennung im Angesichte Jesu Christi, auf dem Urgebiete desChristcnthums, ein Mahl der Union, der Eintracht und desUl. k