Druckschrift 
3,2 (1846)
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79
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Antwort zurück: „Sc. Exccllcnz wird denn kommen; tretenSie näher, in das Audienzzimmer."

Der Herr Minister ließ mich lange warten. *) Endlichkam er. Ehrerbietig überreichte ich ihm das eigenhändige

H Friedrich Wilhelm M,, ein Mann nach der Uhr, ließ Keinen,wer Er auch sein mochte, lange auf sich warten, und wenn Erverhindert war, zu kommen, so ließ Er solches, gewöhnlichdurch den Adjutanten «in jo»r, sagen, und eine andere Stundebestimmen, wo Er dann pünktlich da war. Ich muß freimüthiggestehen, daß seit der Seit, wo ich den Hohen Herrn in Seinerhumanen stillen Größe näher kennen lernte, mir das vornehme,stolze Wesen vieler Anderen, die unter dem Landcshcrrn stan-den, und denen Er Ehren und Würden verliehen, widerwärtig,oft auch lächerlich war. Der König war doch wohl ein vor-nehmer Herr im vollen Sinne des Wortes; aber Er suchteund fand den wahren Adel in der Würde des Menschen, dieEr in Jedem, auch dem Niedrigsten, sah, und Solches, sich im-mer gleich bleibend, überall und unter allen Umständen an denTag legte. Das konnte Er freilich nicht bloß zum Scheine,sondern in der That und Wahrheit, weil Sein Herz durch dasChristcnthum veredelt war. Hier liegt der wahre Punkt, aufden Alles ankommt; um so mehr, je höher er steht, und mankann gewiß annehmen, daß gerade der Höchste am Demüthigstcnist. Der Papst nennt sich einen Knecht der Knechte fservu»«ervarum) wie lucu« n »on iucenüo. l^us der Geschichteweiß man, wie hochmüthig die Kirchenfürsten waren; vornehmeSattheit scheint in der Hierarchie zu liegen. Minister heißtauf Deutsch: ein Diener; und wirkliche Minister des Königssollen sich durch Treue und menschenfreundliche Dienstfertigkcitauszeichnen, so daß sie ihrem Herrn die Herzen gewinnen. Sowar der Staats-Kanzler Fürst Hardenberg, Graf von Bern-storf, Graf von Lottum, Maaßcn, und Andere. Was der großeMann in der Geschichte ist und bleibt, ist er vorzüglich durchseinen Charakter; Grundsätze machen den Mann!