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Abendmahl gehen wollen; zusammengeht's aber nicht; geson-dert an Einem Tage, zu verschiedener Zeit, würde aber dieTrennung und Verschiedenheit recht grell hinstellen, und Kon-traste bilden, die zum Nachtheil der guten Sache, der Ein-tracht, die man will, ausfielen. Ucberdieß ist der zweite Tagfür Kinder bestimmt, die noch unterrichtet werden, und nichtconsirmirt, also für die Abcndmahlsfeier unzulässig sind.Soll diese gleichwohl an einem kirchlichen Kinderfeste vonseparirten Erwachsenen begangen werden, so erscheint sie alsein unpassendes Anhängsel und stört den harmonischen Ein-druck des Ganzen. Ich bin also aus Gründen der Mei-nung, daß das bevorstehende Jubelfest der Reformation inden protestantischen Ländern des Preußischen Staates vor-züglich als ein Unionsfest gefeiert und am ersten Tage des-selben das heilige Abendmahl, als ein Mahl der Eintrachtund Vereinigung, für alle Lutheraner und Reformirtcn, diedaran Theil nehmen wollen, nach evangelischem Ritus ge-halten werde, — daß am zweiten Tage aber die Feier desheiligen Abendmahls überhaupt gar nicht stattfinde. Sohaben wir ein Ganzes; wer den guten Zweck will, muß auchdie Mittel wollen."
Der König hatte mir aufmerksam zugehört; als ichaufgehört hatte, sagte Er: „Mir aus der Seele gesprochen.Schon habe ich immer das Unpassende der getroffenen Ver-abredung gefühlt, und sagte mir nicht zu; aber der Wider-spruch in der Sache ist mir durch Ihre Auseinandersetzungerst recht klar geworden. Da aber die Herren alle derselbenMeinung waren und ich hier Nichts befehlen mochte, sowidersprach ich nicht. Fatal, recht fatal!"
Der König ging schweigend im Zimmer auf und ab,