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in deiner ungeschminkten Frömmigkeit, in deiner herrlichenVereinigung, ein schönes Vorbild, ein leuchtendes Muster derNachfolge für Andere. Mir ist, als wenn ich den Heilandund Erlöser der Welt jetzt selbst uns zurufen hörte: Ichbin ein gutcrHirte; folget meiner Stimme! wer-det Eine Heerde! Ja, in frommer Liebe und Eintrachtfinde uns das große Fest, das uns erwartet; und unseregemeinschaftliche Feier am Altare des Herrn werde eine Feierchristlicher Verbindung für die Erde und den Himmel. Gottmache uns tüchtig, würdig vor ihm zu erscheinen. O Herr,hilf! o Herr, laß Alles wohlgelingen! Amen."
Vor dem Jubelfeste selbst ließ mich der König, der sichin dieser Zeit größtentheils in Potsdam aufhielt, zu sichbescheiden. Beim Eintreten in das Zimmer sagte" Er: „Vor-gestern eine Berathung gehalten über die zweckmäßigste Feierdes dritten Säcularfcstes der Kirchen-Reformation. DieserBerathung haben der Minister von Schuckmann, der BischofSack, die Pröpste Ribbeck und Hanstein, der StaatsrathNicolovius, und Albrccht und Witzlcben beigewohnt. Fastunanym ist beliebt, daß am ersten Tage das heilige. Abend-mahl von denen gefeiert wird, welche der Union beitreten,am zweiten aber von denen, die ihr nicht beitreten und dieBeibehaltung und das Bestehen des jetzigen Confcssionsunter-schiedes wünschen. Was sagen Sie dazu?" Ich antwortete:„Haben Ew. Majestät schon befohlen, daß es also geschehensoll?" Der König erwicdcrte: „Habe in solchen kirchlichen,die Erbauung der Gemeinde betreffenden Dingen Nichts zubefehlen, und will darum Nichts befehlen. Einem Jedendarin seinen freien Willen lassen; die Union hat nur dannWerth, wenn sie nicht befohlen wird und aus freier Ueber-