Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
72
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und preisen die Reformation; aber wir glauben nicht an sie,nicht an Luther, nicht an Calvin, nicht an das Ansehen derKirche. Fester geknüpft, tiefer begründet ist unser evangeli-scher Glaube; er hält sich an Gott und Jcsum selbst, undan sein untrügliches Wort. Und überall, wo dieß göttlicheWort richtig verstanden, fromm empfunden, und treu geübtwird, da ist auch, bei aller Verschiedenheit der Ansichten undUrtheile, doch in der Hauptsache Einigkeit des Geistes.Warum sollten wir denn noch länger abgesondert und ge-schieden dastehen, und uns absondern und trennen, gerade beider heiligsten und ehrwürdigsten Handlung des Christcnthums?Uns trennen und absondern bei einer Feier, deren ganzerGeist nichts als Liebe und herzliche Eintracht athmet, — beider Feier des heiligen Abendmahls? Nein, wie der Unter-schied und die Trennung im Inneren verschwunden: so mö-gen sie nun auch im Aeußcrcn aufhören, und die Scheide-wand auf immer einsinken. Name und Form stelle sich nichtmehr absondernd zwischen uns, — zwischen Eheleute, Kinder,Hausgenossen und Amtsbrüder. Laßt uns, o! des seligenGedankens, Eine evangelische verbrüderte Gemeinde werden,und am Reformationsfeste hier am Altare des Herrn, vordem Angesichte Gottes und Jesu, das himmlische Fest unse-rer herzlichen Bereinigung feiern, und Alle in Andacht undLiebe von Einem Brodc essen und aus Einem Kelche trinken."

„Theure Gemeinde! auf dich sind jetzt die Augen derWelt gerichtet. Du erfreuest dich des ehrenwerthen Vor-zugs, des Landes geheiligtes Oberhaupt in den frommenStunden deiner Anbetung oft in deiner Mitte zu haben.Unser König und Herr will mit dir das hohe Fest begehen,mit dir das Abendmahl des Herrn empfangen. O! werde