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in brüderlicher Liebe. Und da sei es mir vergönnt,das. was ich hierüber zu sagen habe, gleich in unmittelbarerBeziehung und Anwendung auf uns und diese Gemeindesagen zu dürfen. Zwei Prediger von beiden bisherigen Con-fessionen verkündigen euch, meine theuerstcn Zuhörer! sonn-täglich von dieser heiligen Stätte das Evangelium der Liebeund des Friedens. Daß der eine Theil dieser Gemeinde sichzur lutherischen und der andere zur reformirten Kirche be-kennt, konnte unsere und eure Herzen nicht entfernen, undder gemeinschaftlichen Erbauung, die wir suchten, keinen Ab-bruch thun. Schon von Gründung dieses Gotteshauses ansind beide Gemeinden, die es gemeinschaftlich besuchen, ver-schwistert, und in ihren Gliedern und Lehrern miteinanderverbunden. Schon seit mehreren Jahren taufen und unter-richten eure Kinder, knüpfen eure Ehebündnisse, besuchen eureKranken, mein Herr Amtsgenosse und ich, abwechselnd ge-meinschaftlich, ohne Rücksicht auf die Verschiedenheit der Con-fcssion, zur allgemeinen Zufriedenheit beider Gemeinden; undauch nicht Ein mißbilligendes Wort habe ich je darüber ver-nommen. Uns verknüpft ja auch ein Glaube an Einen Gottund Erlöser; uns versüßt eine Liebe das Leben; uns Alletröstet eine Hoffnung. Das, was im Anfange der Refor-mation, und späterhin, beide Kirchen, mehr aus Mißverständ-nis«, als aus wirklicher Verschiedenheit einzelner Glaubens-lehren, unglücklicherweise, ganz dem Geiste des evangelischenEhristenthums zuwider, voneinander trennte, und so langegetrennt hielt, ist im Laufe der Zeiten verschwunden, und denmeisten Christen, selbst dem Namen nach, unbekannt gewor-den. Von einer Verschiedenheit in der Sache selbst, vonGlaubens- und Gewissenszwang ist hier, und kann, Gottsei es gedankt! hier nicht mehr die Rede sein. Wir ehren