Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
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Religions- und Gcwisscns-Frciheit Seiner Unterthanen, mit-hin auch vor der Religions-Ueberzcugung eines Jeden in derzarten Sache der Union, hatte. Aber gerade in ihrer Frei-heit lag und liegt ihr größter Werth und Segen; sie gedei-het nur da, wo sie auf dem Boden selbstgeprüfter und er-kannter Einsicht emporwächst. Ausländische Pflanzen, welcheman durch künstliche Wärme in Treibhäusern zwingt undtreibt, wachsen und gedeihen nie so frisch, fröhlich und ge-sund, als diejenigen, welche im Freien, angeweht von Gottesdurchstreichender Luft, kräftig wachsen, und reife, süße Früchtetragen. Wahrer Protestantismus aber ist diese freie undgesunde Lust und das Element, in welchem die Union ihrLeben und Bestehen hat. Eine solche Freiheit trägt jederMensch, auch der Unterste, als Grundtrieb in seiner Brust,und sein ganzes Sein und Wesen dehnt und sehnt sich dar-nach, wie das Gewächs nach dem Licht und der Wärme derSonne sich reckt und streckt. Gerade die Freiheit ist es, diedas Ganze mit dem Einzelnen verbindet und die Glieder zueinem organischen Körper macht. Sic ist die wahre Hei-math, in der man sich darum gern anbauet, weil man sichin ihr frei bewegt. Die drückenden Fesseln der Fremdherr-schaft waren zerbrochen; jetzt sollten nun auch die Bandeder Confcssion abgenommen werden, und die neue Stadt-und Landordnung sollte in die Vereinigung der Kirche seg-nend übergehen.

Damit sie aber eine wirklich segnende werde, soll undmuß eine ernste Sache ernst aufgefaßt und genommen wer-den. Nicht handelt es sich hier um Zusammenwürfelung derNamen, so daß die bisher reformirtc und lutherische Eonfes-sion eine uniirte evangelische Kirche heiße, sondern sie soll es