Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

50

Eine solche intensiv wohlgegründete, extensiv ober mit derZeit und ihren Ergebnissen fortschreitende Kirche verlangtdie jetzige Zeit. Ihre Pulse fühlte, ihre Bedürfnisse erkannte,ihre Stimme hörte der König Friedrich Wilhelm III. Wahr-lich, Er hat leidend und thucnd, Seinem göttlichen Erlösergleich, den Willen Gottes vollbracht, und das Ihm anver-traute gewichtvolle Pfund nicht in ein Schweißtuch einge-wickelt vergraben. „Im Schweiße Seines Angesichts hatEr unseren Frieden errungen und mit treuen Vatcrhändengepflegt/' Er hat die Eintracht, die Union, gegründet; Ernennet sie „eine Fortsetzung des unsterblichen Werkesder Reformation." Wer in ihr ein abgeschlossenes, fertigesWerk sieht, zu welchem Nichts hinzukommen dürfe, der hatihren Geist nicht begriffen, der stellt das Göttliche undMenschliche auf eine Linie, dem hängt die Decke des tobtenBuchstabens noch vor den Augen; der begreift nicht die fort-gehenden Offenbarungen in den Evolutionen der Geschichte,der kennt Luther und den Protestantismus noch nicht. Nocheinmal: es darf nicht übersehen werden, daß dem Könige dieUnion eine Fortsetzung der Reformation ist, und daßEr mit Recht dadurch das Andenken der großen Stifterdurch die That ehrt.

Und eben damit ist die Union eine freie Sache. Sieist und wird nicht befohlen, nicht heimlich und lichtscheu ein-geschwärzt, nicht obtrudirt, nicht angepriesen. Der Herr undKönig redet als die erste und höchste Autorität im Lande zuSeinem Wolke; aber Er redet wie ein Vater zu seinen Kin-dern, Er befiehlt nicht. Er sagt nur, wie Ihm bei der ho-hen dritten Säcularfeicr der Reformation um's Herz sei,und wie, Seiner Ucberzeugung treu, Er es gern hätte. Er