Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

3!

sichten der Reformatoren." Gewiß wollten sie, von derselbenGrundidee ausgehend, dasselbe in Einem Geiste. ZumGelingen war Eintracht nothwendig, und Nichts ihrem Zweckeschädlicher, als Zwietracht. Jene, das vereinte Trachten nachEinem, macht in der Eoncentrirung der Kräfte das Schwachestark, das Kleine groß; dagegen jene dissipirt, theilt, schwächt,und einen inneren geheimen Wurm in sich schließt, der amLeben nagt und das Reifen und Gedeihen unmöglich macht.Gegen Nichts eifert, schreibt und spricht I)r. Luther bekannt-lich mehr, als gegen die Partcisucht, die sich nach ihm nenntund, wie er sich richtig ausdrückt, den Knecht (den Martin)zum Herrn (Jcsum Christum) macht. Das hält er für diehöchste Ehre, sein Diener und Vcrkündiger seines Namensund seiner Herrlichkeit zu sein. Wenn die Unsterblichen wis-sen und erfahren, was die Sterblichen hier auf Erden begin-nen und bewirken, so wird Niemand größere Freude im Himmeldarüber, und daß die lutherische Kirche jetzt den unsterblichenNamen „die evangelische" bei uns trägt, haben, als Lutherselbst. Diese Benennung ist würdevoll, sie bezeichnet dasWesen der Sache, sie führt unmittelbar zum Glauben anDen, der das Evangelium vom Himmel auf die Erde brachte, .und in der frohen Botschaft desselben das Leben, der Wegund die Wahrheit ist. Damit trifft gleich und geradezu dieUnion den rechten Punkt, worauf hier Alles ankommt, undwendet sich, ohne alle Mittelursachen, in allen Anliegen desHerzens an den alleinigen Mittler zwischen Gott und demMenschen. Mit der allumfassenden und doch klaren undkurzen Bezeichnung „evangelisch" ist der Kern und Sterndes reinen und fruchtbaren ursprünglichen Protestantismusoffen hingelegt; man weiß gleich, woran man ist, wovon,als dem eigentlichen Mittelpunkt, Alles ausgeht, Alles hin-

4.