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und Alles soll unter Einem Hirten Eine Heerde werden.Das ist praktisch und greift in's Leben ein; erweitert undbeengt nicht; duldet die Mannigfaltigkeit, führt herbei dieEinheit, und schafft wahre christliche Religiosität. Auf dieseallein kommt es an und nur sie muß man wollen. Sic istes, die ich im Auge habe, und über sie kann ich auch alsEhrist reden. Mir liegt nicht bloß das materielle, sondernauch das geistige Wohl meiner Unterthanen am Herzen.Dieses wird unstreitig durch die Union vermehrt; und darumwill ich sie. Dogmatil, ihre Definitionen und ihre Difsicul-täten, kann ich in dieser Sache nicht brauchen, nu eon-tl-niie, sie machen mich nur confus und bringen mich vondem einfachen Bibelwortc ab. Auch geziemt es mir nicht,als Theologe, da ich von der gelehrten Schuldogmatik Nichtsverstehe, öffentlich zu reden. Ich muß aber in dieser Ange-legenheit zu meinem Volke sprechen; denn ich weiß, Gottlob!aus angenehmer Erfahrung, daß dasselbe, — besonders derBürger, und der Bauer, wie die Armee, auf das Wortseines Königs etwas giebt und dieses hier viel gilt."
Hier hielt der König inne; Seinem Gesichte und Sei-nen Bewegungen mit den Händen sah ich aber an, daß Ernoch sprechen wollte. Er strich sich über das Gesicht undfuhr dann freundlich fort:
,,Sie kennen meinen Sinn und treffen meine Meinung.Ich wollte Ihnen also sagen: ein solches Proclama an meineUnterthanen in meinem Geiste aufzusetzen. Der Inhalt mußkurz folgender sein: Schon meine Ahnherren wollten dieUnion, als ein gutes, nützliches, dem Christcnthum und derReformation angemessenes Werk. Es mißlang aber in derdamaligen Streitsucht der konfessionellen Theologen. Diejetzigen aber sind hoffentlich friedliebender und einsichtsvoller,