Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
34
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sagt, auf dem Urgebiete des Evangeliums oricutiren, undnicht fragen: was hat Luther und Calvin, was haben diesymbolischen Bücher, sondern was hat Christus gelehrt undgewollt? An ihn glauben wir, und zwar an ihn allein;dieser Maßstab weist jeden andern ab, und er ist zur Be-gründung der evangelischen Kirche vollkommen ausreichend.In deni weiten heiteren und freien Standpunkte, aus wel-chem Christus sein großes Werk ansah, welches er einHimmelreich nannte, und in welchem der Mensch auf derErde für den Himmel erzogen werden soll, fallen alle Fes-seln der bisherigen Confession ab; wir hören auf, luthe-rische, reformirte Christen zu sein, und werden evange-lische. Christus ist in diesem Reiche unser König; seinWort ist unser Gesetz; Gcwifsensunruhc unsere Strafe, wennwir es übertreten; innerer, würdevoller Friede unsere Be-lohnung, wenn wir es befolgen; alle Mituntcrthanen, siemögen reich oder arm, vornehm oder gering sein, sind unsereBrüder, und es umschlingt uns das feste und zarte BandEines Glaubens, Einer Liebe, Einer Hoffnung. Der Schutz,den er uns gewährt, ist feste Zuversicht des Gcmüthcs undunbefangene Heiterkeit, in welcher Alles, auch das Widrige,uns zum Besten dient. So gehen wir, Christi Untcrthanen,getragen von der Liebe, mit der er sein Leben für uns ge-lassen hat, unserem Ende entgegen, und unser Tod ist Hin-gang zu ihm."

Der König seufzte aus tiefer Brust und sagte leise:Ein herrliches Königreich!" Witzleben sah ernst vor sich hin.

Ich aber fuhr fort:Unstreitig hat Luther nichts An-deres gewollt und gethan, als die ursprüngliche reine christ-liche Religion wiederherzustellen. Er reinigte sie von demSchutte menschlicher willkürlicher Satzungen, womit sie über-