Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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formirter sein, an den Unterschied, welchen die beiden Refor-matoren, und mit ihnen die Herren Theologen, machen.Wer andächtig, reuevoll und mit frommer Sehnsucht, daßes anders und besser mit ihm werde, zum Tische des Herrnhintritt, hat genug mit sich selbst zu thun. Das ist meineeinfältige Meinung und in der Verschiedenheit beider Konfes-sionen scheint mir also kein Hindcrniß der Union zu liegen." *)

Gewiß nicht," antwortete ich.Es kommt dabei nurdarauf an, daß man auf dem Urgebiet des Christenthumssich orientirc und nichts will, als was Christus wollte. Dießallein, und sonst nichts, ist das Rechte; nur Er ist göttlichund alles Andere ist menschlich. Bleibt man aber bei demUnterschiede der Confession stehen, so bringt man von vorneherein den alten dogmatischen Hader der Lutheraner undReformirten und verunreinigt ein reines Element."

Ganz recht," erwicderte der König.In der Wahr-heit gicbt es keine Verjährung. Was Jahrhunderte gegoltenhat und angenommen ist, bleibt ein Jrrthum, wenn es vonHause aus einer war. Darum, daß er Jahrhunderte ge-golten hat, ist er nicht Wahrheit geworden. Er hat langedie öffentliche Autorität für sich gehabt, und man hat esnicht gewagt, ihr zu widersprechen. Der kühne Luther hat'sgethan."

") Die oft und richtig gemachte Bemerkung, daß der König Frie-drich Wilhelm III. eine durchaus praktische Natur war, dieAlles an den Probirstein des Wirklichen legte, bestätigt sichauch hier wieder. In Wahrheit hat es die Union nicht mitder Theologie und ihren Dogmen, sondern allein mit derReligion und ihrem Thun zu schaffen. Wer sie aus diesemeinzig richtigen Standpunkte ansieht, nur der beurtheilt sierichtig.