Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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abstehen. Dreie sind es, die sicher durch das Leben undalle seine Collisionen leiten: Glaube, Liebe und Hoffnung;doch die Liebe und ihre Gesinnung ist die größeste. EineConfcssion also, welche die Gesinnung verdirbt, sie verengtund intolerant macht, sie sanatisirt und dadurch vergiftet,ist gewiß keine christliche. Wird wohl Jemand sagen: ichhabe den rechten Glauben, aber ich hasse meine Nebenmen-schen? Gewiß Keiner; aber ärger ist, wer es nach seinemGlauben dennoch thut; wer dicß kann, excommunicirt sich selbst.Dieser Gesichtspunkt ist für die Union wichtig und entschei-dend; denn Jeder, der in Wahrheit an Christum glaubt, hatauch Liebe und Duldung gegen alle Menschen. Diese ist dassanfte und feste Band der christlichen, vorzüglich der uniirtenKirche; sie vereinigt, wo der Glaube, wenn auch nicht trennt,doch verschieden sich gestaltet. *) Die kirchliche Union, welche

") Dieß ist gesagt und geschrieben im Frühjahr 1817. Wie wahrund heilbringend diese Ansicht sei, hat sich späterhin nach demTode des Hochscligen Königs 1844 1845 fühlbar bewiesenin der Gustav-Adolphs-Stiftung. Sie hat den milden Zweck,andere nothlcidende evangelische Gemeinden in Deutschland zuunterstützen, und ehrt damit das Andenken eines der größ-ten Könige, der das Meiste für die protestantische Kirche that, ^und will mit ihrer Hülfe doch keinesweges der katholischenKirche, weit davon entfernt, Proselyten zu machen, zu nahetreten. Von reinem Wohlwollen erfüllt, weiß diese milde Stif-tung nichts vom Hasse gegen Andersdenkende und Glaubende;sie will nur, dem inneren Drange folgend, Allen ihres Bekennt-nisses, wo sie auch verborgen im Winkel leben und Roth dul-den, ihre segnende Hand reichen. Solche echt christliche Wahr-heit und Liebe hat darum allgemeine Theilnahme und überall,wo ihre menschliche Stimme hinkam, harmonischen Anklang ge-funden. In Leipzig entstanden, und von dem würdigen evan-gelischen Bischöfe Dr. Dräseke empfohlen, hat sie sich schnellverbreitet; überall wo der Segen der Reformation hindrang