22
saltigkcit der Ansichten war hier innner, nnd wird hier blei-ben. Ja, so mnß es sein, und nicht anders; denn geradeder Widerspruch ist es, der reizt, weckt, anfeuert, belebt,und, die Sache der Wahrheit vor Stagnation bewahrend,weiter bringt. Zwar scheint es oft so, als ob der Jrrthumund der Unglaube siege; aber es scheint nur so, die Wahr-heit kann zwar entstellt und verdunkelt, ja ein ganzes Zeit-alter, eine lange Reihe von Jahren, auf Nebenwege geleitetund irre geführt werden, aber so gewiß die Sonne noch daist, wenngleich man sie, in Nebel, Hagel, Regengüsse undStürme gehüllt, nicht sieht, und mit ihrem wohlthuendenerwärmenden Lichte doch immer wieder siegreich durchbricht,ebenso gewiß ist die Wahrheit noch da, obschon sie verdun-kelt und verkannt wird; sie wird um so herrlicher glänzen,wenn die Widcrsprecher abgetreten sind. Noch immer ge-wann sie durch Widerspruch; und eben darum muß derselbesein, damit er die Schlacken wegschaffe und eine fortgehendeRegeneration bewirke. Die Geschichte steht nicht still, ihreund des Menschengeschlechts Evolution ist ein stets sich er-neuernder läuternder Kampf, ohne den es keinen Sieg giebt.Jeder soll aber siegen; siegen über sich selbst und die Hindernissc, die das Zeitalter ihm in den Weg legt. Das Resul-tat, die Frucht und der Sieg des Lebens und seiner Kräfte,ist die Gesinnung in ihren aufsteigenden Linien. Hier ist keinKrieg, hier ist Alles bei großer Mannigfaltigkeit und Ein-heit mit- und nebeneinander. Alle ohne Ausnahme, so sehrsie auch in ihren Ideen voneinander sonst abweichen, sinddoch in dieser Richtung einig und kommen in dem einenPunkte zusammen. Alle ohne Ausnahme, welcher christ-lichen Confession sie auch sein mögen, Alle, welche nurden Namen Christi nennen, sollen von der Ungerechtigkeit