Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
21
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lose Beispiel einer stillen frommen Mutter, es unvermerktdahin gebracht, Vieles vom christlichen Elemente, vom LebenJesu und seinen Aussprüchen, als Kinder in sich aufzunehmen,das in der Tiefe ihres Inneren verborgen fcrmentirt; es istüberwachsen, man sieht es nicht, aber es ist da, und bildet dieGrundfarbe, die überall durchschimmert. O! es hat einen tiefen,überall eingreifenden Sinn, wenn Jesus uns zur Pflicht macht:Richtet nicht! Dieß lieblose Absprechen über den Werthund Unwerth Anderer, das Verdammen, Bannen, Ercommu-nicircn, ist der wahren christlichen Union ganz fremd, diedcmüthig zu Dem aufblickt, der seine segnende Sonne überAlle aufgehen läßt. Nicht an der schönen Gestalt, nicht anden Blättern, nicht an den Blüthen, nicht an der Kroneerkennt man den Baum, sondern an seinen Früchten. DieGesinnung ist es, die jeder That den Werth nimmt und giebt,sie allein ist es, welche den wahren Gehalt bestimmt. Siekann, durch die äußere Hülle schauend, nur der Herzens-kundige, der das Innere kennt, gerecht abwägen, und derfehlerhafte Mensch, der selten eine richtige Wage hat, hatnicht das Recht, das Gewicht zu bestimmen, und es geziemtihm nicht, zu verdächtigen. Er muß gelten lassen das Aeu-ßcre, was seine Augen sehen, und die Würdigung des In-neren Dem überlassen, der es in seinen verborgenen, geheimenMotiven kennt. Und die Gesinnung ist es, die hier ordnet,sammelt, und entscheidet. Der Verstand mit seinen Verschie-denheiten, Stufen und Widersprüchen, trennt und entferntMenschen von Menschen; selbst der subjective Glaube thutes auch in derselben Kirche und in seinen Bekenntnissen,und man hat sich vergeblich bemüht und wird sich vergeblichbemühen, eine vollkommene Uebcrcinstimmung in den Glau-benswahrheiten zu bewirken, Verschiedenheit und Mannig-