Darin giebt es aber viele Grade, und wer noch auf deruntersten Stufe steht, kann höher steigen; zwischen dem An-fange und der Vollendung liegen unendlich viele Gänge.Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens; dießaber sei auch genug, und die Union wage es nicht, Dogmenhinzustellen, zu bestimmen, und engere Grenzen zu ziehen.Wo dieß geschehen und man egoistisch von der allein-selig-machenden Kirche spricht, da hat man noch immer das Feldder praktischen Religion verlassen und ist in die Labyrintheder gelehrten Schultheologie und der Polemik gerathen.Wenn nur in der uniirten Kirche Jesus Ehristus verkündigtwird, und seine beiden Sacramente so heilig gehalten wer-den, wie er es gewollt und angeordnet hat, so fordere manzur Erhaltung der Einigung beider Kirchen, den zu EinerGemeinschaft schwesterlich verbundenen, nicht mehr. DieForm der Verkündigung der Glaubenssätze schreibe man nichtvor; man überlasse dieß der Einsicht und Freiheit eines Je-den, denn Denk- und Gewissensfreiheit war, ist, und mußbleiben, das Element der protestantischen Kirche."
„Alles kommt doch hicbei auf die Gesinnung an. Nichtimmer ist diese ein Product der Erkenntniß. Zwar je Heller,bestimmter und umfassender die Erkenntniß ist, um so besserund fruchtbringender ist auch die Gesinnung; beide stehendann in harmonischer Wechselwirkung; Kopf und Herz, Lichtund Wärme sind dann miteinander i» unauflöslichem Bunde,und was der Verstand klar gedacht hat, führt zur That dasHerz sittlich lebendig. Dieß ist bei Kindern des Lichts derFall, der aber nur selten eintritt. Häufiger ist es, wo beimangelhafter, dürftiger Erkenntniß die Gesinnung rein undgut ist. Man findet in der unteren Volksklasse sehr oftin Ideen beschränkte, unwissende Menschen, die aber gut-III. 2