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nicht in dem heiligen Tempel zu Jerusalem anbeteten, son-dern ihren eigenen Gottesdienst aus dem Berge zu Garizinhatten; sie flohen jede Berührung mit ihnen, und sahen siean wie Verbannte. — Und dennoch ist es in der ParabelJesu von dem Reisenden, der unter die Mörder gefallen warund wo Priester und Levit untheilnehmend vorübergingen,ein barmherziger Samariter, der Oel in seine Wundegoß und das allumfassende Gesetz der Liebe übte. Von demheidnischen Hauptmann zu Capernaum sagt er, daß er seinenGlauben in Israel, welches sich doch für rechtgläubig hielt,nicht gesunden habe. Er, der Herr der Kirche, setzt hinzu:„Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, ummit Abraham und Jacob im Himmelreiche zu sitzen. Aber dieKinder des Reiches werden ausgestoßen." Sein Reich ver-gleicht er mit dem heiteren Bilde einer Mahlzeit, und dadie nächsten Freunde nicht kommen wollten, ließ er Alleeinladen, welche die Boten auf der Straße fanden. Gehethin, sagte er zu ihnen, in alle Welt und lehret alleVölker; er schloß also seine Kirche nicht eng ab, er begrenztekeinen Raum, innerhalb welchem sie sichtbar sei, sie wäreunsichtbar und wohne im Herzen. Eben diesen weiten Stand-punkt wollen die Evangelisten und Apostel. Die Welt istihre Sphäre; „Also," sprachen sie fröhlich, „hat Gott dieWelt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahin gab,auf daß Alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen,sondern das ewige Leben haben." Und Allen soll geholfenwerden, Alle sollen zur Erkenntniß der Wahrheit kommen.Allen soll geholfen werden, bei der größten Verschiedenheitder Anlage, Fähigkeiten, Neigungen und Urtheile; das Na-turgcmäßcstc ist das reine Evangelium; es bearbeitet jedesIndividuum individuell; das Licht und die Wärme der Sonne