Druckschrift 
3,2 (1846)
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als die Beförderung seines Wortes. Es kann also hier dieAutorität Luthers lind Calvins gar nichts gelten, sondernallein die göttliche Jesu Christi, die alle menschliche Größeüberstrahlt; vor ihm muß Alles zurücktreten."

Das hat," bemerkte der König,der Reformator Lu-ther auch selbst oft genug gesagt, und wollte es durchausnicht, daß die nach Gotteswort gereinigte und neu belebteKirche sich nach ihm eine lutherische nenne. Es fragt sichjetzt nur: was hat in dieser Beziehung Jesus Christus ge-wollt und gelehrt? Ich weiß dieß zwar schon; doch nur sohalb und halb; möchte es darum bei dieser Gelegenheit gernhören. Wir wollen uns unter diesen Bäumen setzen." Nach-dem der gnädige Herr sich in das grüne Gras gesetzt undWitzleben und ich in einiger Entfernung stehen geblieben,forderte der König wiederholt auf, uns auch zu setzen. Wirthatcn es, und das Gespräch wurde in folgender Art fort-gesetzt:Jesus nannte die Anstalt, die er stiftete: ein Reich,ein Reich, nicht von dieser Welt, das also mit ihren Parteienund Händeln nichts zu thun hat. Ein Juden und Heidenumfassendes allgemeines, mit jedem Clima, jedem Volke vonSonnen-Auf- bis Niedergang verträgliches, sich anschließen-des freies Reich, ein Himmelreich, eine Erziehungs-Anstaltauf der Erde für den Himmel. Alle Nationen auf demweiten Erdenrundc sollten unter Ihm, dem Einen Hirten,Eine Heerde werden. Dieß ist die wahre Union, Mannich-saltigkeit in der Einheit. Diesen großen, bis dahin nie ineine Seele des Menschen gekommenen Gedanken faßten seineZeitgenossen nicht, am Wenigsten die im jüdischen Lande undin seiner Kirche das Meiste vermögenden Pharisäer. Stattdaß Jesus Alles öffnete, damit Gottes freie, gesunde und