Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Das ist" sagte der König,sehr vernünftig und zusa-gend; es srägt sich nur, da das Christenthum originell undeigenthümlich ist, ob solche Weite auch dem Geiste desselbengemäß und biblisch ist? Das müssen Sie als Thcolog, derdie heilige Schrift kennt, missen."Bollkommen, Ihre Ma-jestät. Alles, was wahrhast vernünftig ist, ist auch christlichund biblisch. Das positive und geoffenbarte biblische Christen-thum enthält zwar Vieles, was über die concrcte, kurzsich-tige menschliche Vernunft, aber nichts, was gegen die ob-jectivc Vernunft ist. Alles, was geradezu vernunftwidrig ist,einen Widerspruch in sich enthält, ist unchristlich und anti-biblisch. Nur dürfen und müssen wir nicht uns in denStandpunkt der Schuldogmatik stellen; um eine freie undgesunde Ansicht zu gewinnen, muß man, um die Union evan-gelischer Christen zu bewirken, die lutherische und resormirtePartei vergessen und auf dem Urgebietc des Christenthumssich orientiren. Thun wir jenes und gehen von einem be-stimmten kirchlichen System aus, so bleiben wir in der Tren-nung, und bringen in das Werk des Friedens und der Eini-gung, die wir doch wollen und beabsichtigen, gleich von vornmit herein den geheimen Stoff des theologischen Haders undbleiben auf dem Felde der Polemik. Man muß zur erstenQuelle vielmehr zurückkehren und sich allein und ausschlie-ßungsweise an das halten, was Jesus selbst und seine Jün-ger und Apostel gewollt und gelehrt haben."Offenbar,"siel Witzleben ein,war und stand Christus und seine Apo-stel, das sieht auch der Laie ein, mehr und höher, als Lu-ther und Calvin. Beide waren und sind, und wollten undkonnten nicht mehr sein, als Diener Jesu Christi. Er alleinist der Meister, die Reformatoren sind seine Gesellen. Aberals seine Organe und Werkzeuge haben sie gerade so vielvermocht und geleistet, und sie kannten keine andere Ehre,