Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
11
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teicn, die sich nun auch feindselig abschlössen, herbei. Frei,hoch und heiter, ist die Natur um uns her, vom Aufgangebis zum Untergange der Sonne: so muß auch die Unionsein und nicht anders wollte sie Christus."

Das ist gewißlich wahr," sagte Witzlcben; und derKönig:Das läßt sich hören!"Aber," fuhr Er dann fort,thut das nicht dem Jndifferentismus Vorschub, wo es ei-nerlei und am Ende gleichviel ist, welcher Meinung man zu-gcthan ist: wenn man Alles tolcrirt, vcrräth das nichtGleichgültigkeit und Lauheit?"Nicht Alles, Ihre Maje-stät! ein jedes Ding hat seine Grenze, und eben in derAbgrenzung liegt sein bestimmter Charakter. Die Union sollkeine Zerflosscnheit (Diffusion) werden; aber auch keine Be-engung, keine Einengung sein. Alles, was dem Bekenntnißnach lutherisch und reformirt ist, und nach den Sätzen derReformation an Jcsum Christum in thätigcr Liebe glaubt,nimmt sie auf und verknüpft diesen Bund durch die heiligenBande der christlichen Religion. Aber diese Bande sind keinedrückenden Fesseln, welche die Individualität vernichten unddas Joch von Formen auflegen, welche jede freie Bewegungverhindern. Nur ein todtcr und tödtendcr Mechanismuswürde einer solchen Union zugethan sein; aber klar denkendeKöpfe und frei fühlende Herzen würden in dieser dumpfen,schwülen und engen Atmosphäre sich nicht wohl fühlen: alleMitglieder muß eine gesunde und heitere, Allen zusagendeTemperatur umgeben. Bon der uniirten Kirche muß eineKraft ausgehen, die stärkt und hebt, und in eben dieser Ein-wirkung von Oben fühlt man ihre göttliche Natur. Aberdie göttliche Natur läßt sich nicht durch menschliche Ein-engungen verschließen:"