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spreche und von ihr mehr erwarte, als sie leisten und gebenkann." „Versteht sich von selbst! Nur weiter!" „Die kirch-liche Union ist nicht völlige Uebereinstimmung in allenHaupt- und Nebenwahrhciten der christlichen Religion. Wiein der ganzen Natur auf jedem Erd- und unter jedem Him-melsstriche, so liebt Gott, der Schöpfer, auch bei dem mensch-lichen Geschlecht die Mannigfaltigkeit und Vielheit der An-lagen, Fähigkeiten und Kräfte, die Er bald reicher, baldsparsamer ertheilt. Nach ihrem Wesen sind zwar die intel-lectuellen Anlagen die nämlichen; aber sehr verschieden inihren Graden, und daher kommt es, daß der Eine ebendieselbe Sache so, der Andere sie anders ansieht. DasSprichwort sagt mit Recht: So viel Köpfe, so viel Sinne."„Das ist eine bekannte und triviale Bemerkung; was solldie hier?" Der König lächelte, indem Er dicß sagte, Witz-lebcn lachte; ich sagte: „Wohlbekannt und trivial, aber dochwichtig hier; man begehrt also etwas Unmögliches und Na-turwidriges, wenn man von der Union erwartet, sie werdein allen Vorstellungen und Meinungen, die man von derchristlichen Religion hat, eine völlige Gleichförmigkeit undUebereinstimmung bewirken. Sie ändert nicht die Verschie-denheiten menschlicher Naturen, das kann sie nicht; das sollsie auch nicht, denn diese Verschiedenheit und Mannigfaltig-keit liegt in der menschlichen Natur, die von Gott ist. Siesoll sie vielmehr als eine weise Einrichtung, welche den Reich-thum der Wahrheit in der Kirche befördert, nähren undwecken. Das kann sie aber nur dann, wenn sie die Grenzenihrer Wirksamkeit möglichst weit und ihr Gebiet umfassendnimmt. Eben darum, daß man engherzig und ausschließendhier gewesen, und Verschiedenheiten, die doch Gott geschaffenhat, nicht hat dulden wollen, führte man Secten und Par-