Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
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Majestät das Säcular - Reformations - Jubelfest durch denausgesprochenen Wunsch der kirchlichen Union gefeiertwissen." Hiermit war der Stoff zur Unterhaltung gegeben;es entspann sich folgendes Morgengespräch, *) welches darumso heiter wurde, weil es offen und freimuthig war. ImFortgehen sagte ich:Die Sache ist wichtig und gicbt vielzu bedenken."Wie so, viel zu denken?" erwiederte derKönig;die Sache ist nach meiner Ansicht höchst einfach.Bis jetzt sind durch verschiedene Confcssion in Nebensachendie lutherische und reformirte Kirche voneinander getrennt:Beide vereinigen sich in Eine evangelische Kirche, und das istvorläufig die Union. Solche ist freilich erst die confessio-nellc, in der aber, wenn sie erst zu Stande gekommen, frei-lich ein Fortschritt liegt, der sich dann aber von selbst macht;vorläufig haben wir es hier allein nur noch mit der for-mellen Union zu thun, und solche ist einfach."Sie istallerdings sehr einfach, und gerade ihre Einfachheit ist Be-weis ihrer inneren Vortrcfflichkcit; alles Wahre und Großeist auch einfach. Ihre Majestät fassen die kirchliche Unionin ihrem Wesen und Resultaten auf; aber dieses hat vielePrämissen, die dabei zur Sprache kommen. Dabei scheintes mir wichtig, daß man den BegriffUnion" möglichstweit fasse, weil, wenn sie allgemein zu Stande kommen soll,sie sich frei in weiten Räumen bewegen muß." Der Königstand still, sah nachdenkend mich an, und sagte:In weitenRäumen? Wie verstehen Sie das? Lassen Sie hören!" Ichnahm das Wort und sagte:Allerdings ist es wichtig, vor-her zu wissen, was die kirchliche Union eigentlich sei, was siewolle und könne, damit man sich nicht zu viel von ihr vcr-

') Wörtlich nach meinem Tagcbuchc.