Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

Staat vorzüglich von jeher seine Stärke in der Intelligenzgefunden, und diese hatte unter Seiner Regierung eine Höhe,Allgemeinheit und Durchdringung erhalten, bei welcher Rück-schritte, den schlimmsten Fall angenommen, unmöglich waren.Friedrich Wilhelm III. wußte wohl, was Er that, und Erkannte Seine Zeit; aber Er that nichts, ohne ihre Bedürf-nisse zu berücksichtigen und ihre Bestrebungen zu leiten. Viel-fach ist Er getadelt und auch öffentlich angeklagt, daß ErSeinem Volke eine Constitution versprochen und solche ihmnicht gegeben. Aber dicß ist ohne Angebung der Gründe,warum Er so und wie Er gehandelt, größtenthcils vonSchriftstellern, nie aber von der Mehrzahl geschehen, und derBürger und Bauer haben sich wohl bei der monarchischenRegierung befunden; der Inhaber derselben suchte dabei nichtsfür sich, und wollte nur das allgemeine Beste.

Hieran muß man sich erinnern, um dieß Hauptbildeines humanen Königs vor Augen zu haben, wenn man mitdem, was Er für den Staat that, richtig und vollständigdas, was Er für die protestantische Kirche wollte und beab-sichtigte, einsehen und beurtheilen will; aus Jenem fällt dasrechte Licht auf Dieses.

Es war im Frühjahr 1817 in Paretz, als Er bei einemlangen Spaziergange durch das Feld, an einem heiteren undschönen Tage langsam und gemüthlich gehend, zu Witzlebenund mir sagte:In diesem Jahre noch wird das merkwür-dige Säcularfest der Reformation gefeiert. Wie soll es imPreußischen gefeiert werden? Haben Sie schon darüber nach-gedacht?" Er sah dabei vorzüglich mich an, und ich ant-wortete:Nach einer srüherhin geäußerten Idee wollten Ew.