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und Zerstreuungen, wegspühlen die Vergangenheit und was inihr vorgefallen, vielmehr kam das Verflossene, wenn mangar nicht mehr daran dachte, wieder zum Vorschein, undwas Er nicht vergessen wollte, vergaß Er auch nicht. Zwarsprach und verfügte Er rhapsodisch; aber dieß that Er, weilEr in Allem die Kürze liebte; aber in Seiner Denkart undHandlungsweise war und geschah nichts ruckweise, vielmehrlag in Allem, was man in Ihm wahrnahm, ein stetiger, in-einander greifender, fortgehender Zusammenhang. Oft warEr verstimmt, sogar verdrießlich und reizbar, und diese Reiz-barkeit äußerte sich dann in Heftigkeit, öfters in schneidendenSarkasmen; aber nie handelte Er in wichtigen Dingen nachLaune, sondern stets nach Grundsätzen, und wartete ihreKlarheit und Heiterkeit ab. Es gicbt nicht viele Menschen,die sich so selbst kennen und mißtrauisch sich so fortwährendstreng im Auge behalten, als Er. Und das nicht bloß alsRegent, sondern, nach der Aussage Seines Kammerdienersund der Generale v. Köckeritz und v. Witzleben, auch alsMensch. Jenes hätte Er nicht gekonnt, wenn Er diesesnicht gethan. Er blieb sich, auf festen Sätzen ruhend, immergleich, und darum wußte man vorher mit ziemlicher Gewiß-heit, wie Er handeln und verfügen würde, Alles in Ihmwar analog und folgerecht.
So wußte man auch vorher, daß er die kirchliche Unionnicht als ein, wie Er es nannte, ponr xarler betrachtete,sondern als eine wichtige Angelegenheit, für welche sich einjeder evangelische Christ interessiren müsse. Harmonie, Eini-gung der Kräfte, lag in Seinem Wesen und Seiner Bildung,Seinem Tacte war nichts mehr zuwider, als Zwietrachtund deren Controvcrsc. Deßhalb war Er auch mißtrauischgegen alles Neue, weil es in der Unruhe, die es mit sich