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10 (1898) Französische Zustände : 2
Entstehung
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248
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248 Französische Zustände. II.

Ich schließe hier, da ich ohnehin heute sehr tragisch gestimmt binund trübe Todesgedanken über meinen Geist ihre Schatten werfen.Heute hat man meinen armen Sakoski begraben, den berühmtenLederkünstler denn die Benennung Schuster ist zu gering füreinen Sakoski. Alle Nnrvlmncks dottüsrs und ?alzrioallks cksolmusssurss von Paris folgten seiner Leiche. Er ward achtundachtzigJahre alt, und starb an einer Indigestion. Er lebte weise undglücklich. Wenig bekümmerte er sich um die Kopfe, aber desto mehrum die Füße seiner Zeitgenossen. Möge die Erde dich ebensowenigdrücken, wie mich deine Stiefel!

Musikalische Snison Po» 184k.

Paris, den 20. April 1841.

Der diesjährige Salon offenbarte nnr eine buntgefärbte Ohnmacht. Fast sollte man meinen, mit dem Wicderaufblühen der bildenden Künste habe es bei uns ein Ende; eS war kein neuer Frühling,sondern ein leidiger Altcwcibersvmmcr. Einen freudigen Aufschwungnahm die Malerei und die Skulptur, sogar die Architektur, baldnach der Julirevolntion; aber die Schwingen waren nnr äußerlichangeheftet, und ans den forcierten Flug folgte der kläglichste Sturz.Nur die junge Schwcstcrknnst, die Musik, hatte sich mit ursprünglicher, eigentümlicher Kraft erhoben. Hat sie schon ihren Lichtgipf'elerreicht? Wird sie sich lange darauf behaupten? Oder wird sie schnellwieder herabsinken? Das sind Fragen, die nnr ein spateres'Geschlechtbeantworten kann. Jedenfalls hat es aber den Anschein, als ob inden Annalen der Kunst unsere heutige Gegenwart vorzugsweise alsdas Zeitalter der Musik eingezeichnet werden dürfte. Mit der allmählichen Vergeistigung des Menschengeschlechts halten auch die Künsteebenmäßig Schritt. In der frühesten Periode mußte notwendigerweise die Architektur alleinig hervortreten, die unbewußte rohe Größemassenhaft verherrlichend, wie wir's z. B. sehen bei den Äghptern.Späterhin erblicken nur bei den Griechen die Blütezeit der Bildhauerknnst, und diese bekundet schon eine äußere Bewältigung der Materie;der Geist meißelte eine ahnende Sinnigkeit in den Stein. Aber derGeist fand dennoch den Stein viel zu hart für seine steigenden Offenbarungsbedürfnissc, und er wählte die Farbe, den bunten Schatten,um eine verklärte und dämmernde Welt des Lübens und Leidensdarzustellen. Da entstand die große Periode der Malerei, die amEnde des Mittelalters sich glänzend entfaltete. Mit der Ausbildungdes Bewußtseinlebcns schwindet bei den Menschen alle plastische BegabniS, am Ende erlischt sogar der Farbensinn, der doch immer anbestimmte Zeichnung gebunden ist, und die gesteigerte Spiritualität,das abstrakte Gedanientum, greift »ach Klängen und Tönen, um einelallende Uberschwenglichkeit auszudrücken, die" vielleicht nichts anderes