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10 (1898) Französische Zustände : 2
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Musikalische Berichte aus Paris.

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zusprechen.Nebenbuhler!" rief der Wütende und wechselte zehn-mal die Farbe, bis endlich die gelbe wieder die Oberhand behieltdann aber, sich fassend, fragte er mit höhnischem ZähnefletschendWissenSie ganz gewiß, daß Meyerbcer wirklich der Komponist der Musikist, die unter seinem Namen aufgeführt wird?" Ich stutzte nichtwenig über diese Tvllhausfrage, und mit Erstaunen hörte ich, Meyer-beer habe in Italien einigen armen Musikern ihre Kompositionen ab-gekauft und daraus Opern verfertigt, die aber durchgefallen seien,weil der Quark, den man ihm geliefert, gar zu miserabel war.Spater habe er von einem talentvollen Abbate zu Venedig etwasBesseres erstanden, welches er demCrvciato" einverleibte. Er be-sitze auch Webers hinterlasse»! Mannskripte, die er der Witwe ab-geschwatzt, und woraus er gewiß später schöpfen werde. Robertle Diable und die Hugenotten seien größtenteils die Produktioneines Franzosen, welcher Gonin heiße und herzlich gern unter Meyer-beers Namen seine Opern zur Aufführung bringt, um nicht seinAmt eines Obek eis öursau an der Post einzubüßen, da seine Vorgesetzten gewiß seinem administrativen Eifer mißtrauen würden, wennsie wüßten, daß er ein träumerischer Komponist; die Philister haltenPraktische Funktionen für unvereinbar mit artistischer Begabnis, undder Postbeamte Gonin ist klug genug, seine Autorschaft zu verschweigenund allen Weltruhm seinem ehrgeizigen Freund Meyerbcer zu über-lassen. Daher die innige Verbindung beider Männer, deren Jnteressen sich ebenso innig ergänzen. Aber ein Vater bleibt immer Vater,und dem Freund Gonin liegt daS Schicksal seiner Geisteskinder be-ständig am Herze»; die Details der Aufführung und des Erfolge?von Robert le Diable und de» Hugenotten nehmen seine ganze Thätig-keit in Anspruch, er wohnt jeder Probe bei, er unterhandelt beständigmit dem Operndircktor, mit den Sängern, den Tänzern, dem Chefder Clague, den Journalisten; er läuft mit seinen Thranstiefeln ohneLederstrippeu von morgens bis abends nach allen Zeitungsredaktionen,um irgend eine Reklame zu gnnstcn der sogenannten McyerbeerschcnOpern anzubringen, und seine Unermüdlichkeit soll jeden in Erstaunen setzen.

Als mir Spvutini diese Hypothese mitteilte, gestand ich, daß sienicht aller Wahrscheinlichkeit ermangele, und daß, obgleich das vierschrvtige Außere, daS ziegelrote Gesicht, die kurze Stirn, daS schmierigschwarze Haar deS erwähnten Herrn Gouiu vielmehr an einen Ochsen-züchtlcr oder Nichmttstcr, als an einen Tonkünstler erinnere, dennochin seinein Benehmen manches vorkomme, daS ihn in den Verdachtbringe, der Autor der Meyerbeerschen Opern zu sein. Es passiertihm manchmal, daß er Robert le Diable oder die HugenottenunsereOper" nennt. Es entschlüpfe» ihm Redensarten wie:Wir habenheute eine Repetilivn"wir müssen eine Arie abkürzen." Auch