Über die französische Bühne.
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das Ideal der Freiheit ansieht, wird es dennoch im Trocknen, in dersogenannten freien Lnft, nicht lange aushalten können, und sehntsich gewiß bald zurück nach dem schweren, soliden Geburtssumpf.Aufaugs bläht er sich sehr stark auf und begrüßt freudig die Sonne,die im Monat Juli so herrlich strahlt, und er spricht ^n sich selbem„Ich bin mehr als meine Landslcute, die Fische, die Stockfische, diestummen Wassertiere, mir gab Jupiter die Gabe der Rede, ja ichbin sogar Sänger, schon dadurch fühl' ich mich den Vögeln verwandt,und es fehlen mir nur die Flügel..." Der arme Frosch! undbekäme er auch Flügel, so würde er sich doch nicht über alles erhebenkönnen, in den Lüsten würde ihm der leichte Bogelsinn fehlen, erwürde immer unwillkürlich zur Erde Hinabschanen, von dieser Höhewinden ihm die schmerzlichen Erscheinungen des irdischen Jammer-thals erst recht sichtbar werden, und der gefiederte Frosch wird alsdanngrößere Beenguisse empfinden, als früher in dem deutschesten Sumpf!
Dritter Brief.
Das Gehirn ist mir schwer und wüst. Ich habe diese Nachtfast gar nicht schlafen können. Beständig rollte ich mich im Betteumher, und beständig rollte nur selber im Kopfe der Gedanke: Werwar der vcrlarvte Scharfrichter, welcher zu Witehall Karl I. köpfte?Erst gegen Morgen schlummerte ich ein, und da träumte mir, .es seiNacht, und ich stände einsam auf dem ?ont-nsuk zu Paris undschaute hinab in die dunkle Seine. Unten aber zwischen den Pfeilernder Brücke kamen nackte Menschen zum Vorschein, die bis an dieHüsten aus dem Wasser hervortanchte», in den Händen brennendeLampen hielten und etwas zu suchen schienen. Sie schauten mitbedeutsamen Blicken zu mir hinauf, und ich selber nickte ihnen hinab,wie im geheimnisvollsten Einverständnis . . . Endlich schlug die schwereNotrcdnmc-Glocke, und ich erwachte. Und nun grüble ich schon eineStunde darüber nach, was eigentlich die nackten Leute unter dem1'ont-ncmk suchten? Ich glaube, im Traume wüßt' ich es und habees seitdem vergessen.
Die glänzenden Morgenncbel versprechen einen schönen Frühlings-tag. Der Hahn kräht. Der alte Invalide, welcher neben nnS wohnt,sitzt schon vor seiner Hausthüre und singt seine napolconischen Lieder.Sein Enkel, das blondgelockte Kind, ist ebenfalls schon auf seinennackten Beinchen und steht jetzt vor meinem Fenster, ein Stück Zuckerin den Händchen, und will damit die Rosen füttern. Ein Sperlingtrippelt heran mit den kleinen Fiißchcn und betrachtet das liebe Kindwie neugierig, wie verwundert. Mit hastigem Schritt kommt aber dieMutter, das schöne Banerweib, nimmt das Kind ans den Arm und trägteS wieder in das Hans, damit es sich nicht in der Morgenluft erkälte.
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