Kunstberichte aus Paris. 163
ncnde Beweglichkeit, und zehnfach, ja hundertfach stärker noch sinddie geistigen Mittel, worüber er nötigenfalls gebieten könnte; undsollten dennoch die vereinigten Fürsten den Sturz dieses Mannesbewirken, so hätten sie selber die mächtigste und vielleicht letzte Stützedes Königtums iit Europa umgestürzt. Ja, die Fürsten sollten demSchöpfer der Kronen und Throne tagtäglich ans ihren Knien dafürdanken, daß Ludwig Philipp König von Frankreich ist. Schon habensie einmal die Thorheit begangen, den Mann zu töten, der amgewaltigsten die Republikaner zu bändigen vermochte, den Napoleon.O, mit Recht nennt ihr euch Könige von Gottes Gnaden! Es wareine besondere Gnade Gottes, daß er den Königen noch einmal einenMann schickte, der sie rettete, als wieder der JakvbiniSmus die Axtin Händen hatte und das alte Königtum zu zertrümmern drohte;töten die Fürsten auch diesen Mann, so kann ihnen Gott nicht mehrhelfen. Turch die Sendung des Napoleon Bvnaparte und desLudwig Philipp Orleans, dieser zwei Mirakel, hat er dem Königtumzweimal seine Rettung angeboten. Denn Gott ist vernünftig undsieht ein, daß die republikanische NegierungSform sehr unpassend,unersprießlich und unergnicklich ist für das alte Europa, lind auchich habe diese Einsicht. Aber wir können vielleicht beide nichts aus-richten gegen die Verblendung der Fürsten und Demagogen. Gegendie Dummheit kämpfen wir Götter selbst vergebens.
Ja, es ist ineine heiligste Überzeugung, daß das Republikentumunpassend, unersprießlich und unerquicklich wäre für die VölkerEuropas, und gar unmöglich für die Deutschen. Als, in blinderNachäffnng der Franzosen, die deutschen Demagogen eine deutscheRepublik predigten, und nicht bloß die Könige, sondern auch daSKönigtum selbst, die letzte Garantie unserer Gesellschaft, mit wahn-sinniger Wut zu verlästern und zu schmähen suchten, da hielt ich esfür Pflicht, mich auszusprechen, wie es in vorstehenden Blättern inBeziehung auf den 2 l, Januar geschehen ist. Obgleich mir seit dem28. Juuins deS vorigen Jahres mein Monarchismus etwas sauergemacht wird, so habe ich doch jene Äußerungen bei diesem erneuertenDruck nicht ausscheiden wollen. Ich bin stolz darauf, daß ich einstden Mut besessen, weder durch Liebkosung und Jntrigue, noch durchDrohung mich fortreißen zu lassen in Unverstand und Jrrsal. Wernicht so weit geht, als sein Herz ihn drängt und die Vernunft ihm erlaubt,ist eine Memme; wer weiter geht, als er gehen wollte, ist ein Sklave.
Gemäldeausstellung bau 1813.
Paris, den 7. Mal IS4Z.Die Gemäldeausstellung erregt dieses Jahr ungewöhnliches Inter-esse, aber es ist mir unmöglich, über die geprieseneu Vorzüglichkeiteu
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