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10 (1898) Französische Zustände : 2
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162 Französische Zustände. H,

beherrschen konnte. Ludwig Philipp, sagen sie, sei bis seht noch eintreuer Wächter der bürgerlichen Freiheit und Gleichheit, die mandurch so viel Blut erkämpft; aber er sei ein Mensch, und im Menschenwohne immer ein geheimes Gelüste nach absoluter Herrschaft. ImBesitz der ?orts üetaekös könne er ungeahndet nach Willkür jedeLaune befriedigen; er sei alsdann weit unumschränkter, als es dieKönige vor der Revolution jemals sein mochten; diese hätten nureinzelne Unzufriedene in die Bastille setzen können, Ludwig Philippaber umgäbe die ganze Stadt mit Bastillen, er embastilliere ganzParis. Ja, wenn man auch der edlen Gesinnung des jetzigen Königsganz sicher wäre, so könne man doch nicht für die Gesinnungenseiner Nachfolger Bürge stehen, noch viel weniger für die Gesinnungenaller derjenigen, die sich durch List oder Zufall einst in den Besitzjener ?orts ästwolrss setzen und alsdann Paris nach Willkürbeherrschen könnten. Weit wichtiger noch, als diese Einwürfe, wareine andere Besorgnis, die sich von allen Seiten kundgab und sogardiejenigen erschütterte, die bis jetzt weder gegen, noch für die Re-gierung, ja nicht einmal für oder gegen die Revolution Parteigenommen. Sie betraf daS höchste und wichtigste Interesse desganzen Volkes, die Nationalunabhängigkeit. Trotz aller französischenEitelkeit, die nie gern an 1814 und 1815 zurückdenkt, mutzte mansich doch heimlich gestehen, datz eine dritte Invasion nicht so ganznutzer dein Bereiche der Möglichkeit liege, datz die ?orts üetaabvsnicht bloß den Alliierten kein allzu großes Hindernis sein würden,wenn sie Paris einnehmen wollten, sondern daß sie eben dieser Fortssich bemächtigen könnten, um Paris für ewige Zeiten in Zanm zuhalten, oder wo nicht gar für immer in den Grund zu schießen. Ichreferiere hier nur die Meinung der Franzosen, die sich für überzeugthalten, daß einst bei der Invasion die fremden Truppen sich wiedervon Paris entfernten, weil sie keinen Stützpunkt gegen die großeEinwohnermasse gefunden, und datz jetzt die Fürsten in der Tiefeihrer Herzen nichts Sehnlicheres wünschen, als Paris, das Foyer derRevolution, von Grund aus zu zerstören "

Sollte jetzt wirklich das Projekt der ?ort!Z clvtaelms für immeraufgegeben sein? Das weiß nur der Gott, der in die Nieren derKönige schaut.

Ich kann nicht umhin zu erwähnen, daß uns vielleicht derPartcigeist verblendet und der König wirklich die gemeinnützigstenAbsichten hegt und sich nur gegen die heilige Alliance barrikadierenwill. Es ist aber unwahrscheinlich. Die heilige Alliance hat tausendGründe, vielmehr den Ludwig Philipp zu fürchten, und noch außer-dem einen allerwichtigsten Hauptgrund, seine Erhaltung zu wünschen.Denn erstens ist Ludwig Philipp der mächtigste Fürst in Europa,seine materiellen Kräfte werden verzehnfacht durch die ihnen inwoh-