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Französische Zustände, lt.
zu brillunteren Kostümen nnd überhaupt zu einem romantischenKolorit, Dus heimkehrende Heer zieht vorüber, nnd die nrme Levnorevermißt darunter ihren Geliebten, Es herrscht in dein ganzen Bildeeine sanfte Melancholie, nichts läßt den Spuk der künftigen Nachtvorausahnen. Aber ich glaube eben, weil der Maler die Sccnc indie fromme Zeit der Krcuzzügc verlegt hat, wird die verlasseneLconore nicht die Gottheit lästern und der tote Reiter wird sie nichtabholen. Die Bürgerschc Leonvre lebte in einer Protestantischen,skeptischen Periode, und ihr Geliebter zog in den siebenjährigen Krieg,um Schlesien für den Freund Voltaires zu erkämpfen. Die SchefferscheLevnore lebte hingegen in einem katholischen, gläubigen Zeitalter,Ivo Hunderttausende, begeistert von einem religiöse» Gedanken, sichein rotes Kreuz auf den Rock nähten nnd als Pilgerkricger nachdem Morgenlande wanderten, um dort ein Grab zu erobern. Sonder-bare Zeit! Aber, wir Menschen, sind wir nicht alle Kreuzritter, diewir mit allen unseren mühseligen Kämpfen am Ende nur ein Graberobern? Diesen Gedanken lese ich ans dem edlen Gesichte des Ritters,der von seinem hohen Pferde herab so mitleidig auf die trauerndeLevnore nicderschant. Diese lehnt ihr Haupt an die Schultern derMutter, Sie ist eine trauernde Blume, sie wird welken, aber nichtlästern. Das Scheffersche Gemälde ist eine schone, musikalische Kom-position; die Farben klingen darin so heiter trübe, wie ein weh-mütiges Frühlingslicd,
Die übrigen Stücke von Scheffer verdienen keine Beachtung,Dennoch gewannen sie vielen Beifall, während manch besseres Bildvon minder ausgezeichneten Malern unbeachtet blieb. So wirkt derName des Meisters, Wenn Fürsten einen böhmischen Glasstein amFinger tragen, wird man ihn für einen Diamanten halten, nndtrüge ein Bettler auch einen echten Diamantring, so würde mandoch meinen, es sei eitel Glas.
Die oben angestellte Betrachtung leitet mich ans
Harare Brrnet,
Der hat auch nicht mit lauter echten Steinen den diesjährigen Salongeschmückt. Das vorzüglichste seiner ausgestellten Gemälde war eineJudith, die im Begriff steht, den Holvfcrnes zu töten, Sie hat sicheben vom Lager desselben erhoben, ein blühend schlankes Mädchen,Ein violettes Gewand, um die Hüften hastig geschürzt, geht bis zuihren Füßen hinab; oberhalb des Leibes trägt sie ein blnßgelbesUnterkleid, dessen Ärmel von der rechten Schulter herunterfällt, undden sie mit der linken Hand, etwas mebgcrhnft, nnd doch zugleichbezaubernd zierlich, wieder in die Höhe streift; denn mit der rechtenHand hat sie daS krumme Schwert gezogen gegen den schlafendenHoloferneS, Da steht sie, eine reizende Gestalt, an der eben über