AuS den Pyrenäen.
III
Er wird daher, wenn er zur Regentschaft gelaugt, sich nicht so leicht Vauder Trvmpetc BcllonaS verlocken lassen, wie sein Bruder dessen fähigwar; was nnS sehr lieb ist, da wir wähl ahnen, welches teure Landder Kriegsschauplatz sein würde, und welches naive Volk am Endedie KriegSkostcn bezahlen müßte. Nur cinS möchte ich gern wissen,ob nämlich der Herzog von Nemvnrs auch so viel Geduld besitzt wiesein glorreicher Vater, der durch diese Eigenschaft, die allen seinenfranzösischen Gegnern fehlt, unermüdlich gesiegt und dem schönenFrankreich und der Welt den Frieden erhalten hat.
III.
BarögeS, den 20. August ISiL.
Der Herzog von Nemours hat auch Geduld. Daß er dieseKardinaltngcnd besitzt, bemerkte ich an der Gelassenheit, womit erjede Verzögerung erträgt, wenn sein Bad bereitet wird. Er erinnertkeineswegs an seinen Grvßoheim und dessen ,1'ai lailli altsnelrizGDer Herzog von Nemours versteht zu warten, und als eine ebenfalls gute Eigenschaft bemerkte ich an ihm, daß er andere nicht langewarten läßt. Ich bin sein Nachfolger snnmlich in der Badewanne)und »ins; ihm da? Lob erteilen, daß er dieselbe so pünktlich verläßtwie ein gewöhnlicher Sterblicher, dem hier seine Stunde bis auf dieMinute zugemessen ist. Er kommt alle Tage hierher, gewöhnlich ineinein offene» Wagen, selber die Pferde lenkend, während neben ihmein verdrießlich müßiges Kntschergesichl und hinter ihm sein kvrpnleincr deutscher Kammerdiener sitzt. Sehr oft, wenn das Wetterschön, läuft der Fürst neben dem Wagen her, die ganze Strecke vonLnz bis BaregeS, wie er denn überhaupt Leibesübungen sehr zulieben scheint. Ten Bergbewohnern imponiert er durch die gelenkigeKeckheit, womit er die steilsten Höhen erklimmt; bei der Rolands^dresche im Gavarnithal zeigt man die halsbrechcndcn Felswände, woder Prinz hinanfgeklettcrt. Er ist ein vorzüglicher Jäger, und solljüngst einen Bären in sehr große Gefahr gebracht haben. Er machtanch mit seiner Gemahlin, die eine der schönsten Frauen ist, sehrhäufige Ausflüge nach merkwürdigen Gebirgsörtern. So kam er
in wessen Hände er das Heil dcS Hauses Orleans gelegt. Welche Bürgschaft aberbietet der Mann für die Interessen Frankreichs nnd der Menschheit überhaupt?Ich glaube: die beste: jedenfalls, wir wollen eS aussprechen, eine weit bessere alssein seliger Bruder nnS geboten bätte. Er ist weniger populär als dieser eSwar, und er darf also weniger wagen, wenn einmal die Errungenschaften derRevolution mit den Bedürfnissen der Regierung in Konflikt gerieten. GeliebteRegenten, die ein blindes Zutrauen genießen, sind der Freiheit mitunter sehrgefährlich. Der Nemours weiß. daß man ihn argwöhnisch beaufsichtigt, nnd erwird sich in acht nehmen vor jedem verfänglichen Akt. Auch wird er sich nichtso leicht von der Trompete Bellonas verlocken lassen ec." Der Herausgeber.