Die M'lamenwrischc Periode des Biircierkmiiqtums. 63
Brutus sich uns die Autorität eines französischen Flupölattes berief,das, der Tagesleidenschaft dienend, nicht rein von Entstellungen undMißdeutungen jeder Art war, aber in Bezug auf mich selbst sichauch kein Wort zu schulden komincu ließ, welches obige Bezichtigungrechtfertigen konnte. Wie es kam, daß die sonst so behutsame „All-gemeine Zeitung" ein Opfer solcher Mystifikation wurde, will ichspäter andeuten. Ich begnüge mich hier, auf die Augsburger „All-gemeine Zeitung" vom 23. Mai IL48, Außerordentliche Beilage, zuverweisen, Ivo ich in einer öffentlichen Erklärung*) über die saubere
") Dieselbe lautet In unverkürzter Fassung, wie folgt:
Erklärung.
Die „Revue Retrospektive" erfreut seit eiuiger Zeit die republikanischeWelt mit der Publikation vou Papieren aus den Archiven der vorigen Regierung,und unter anderem veröffentlichte sie auch die Rechnungen des Ministeriums derauswärtigen Angelegenheiten während der Geschäftsführung Gnizots. Der Um-stand, daß der Name des Unterzeichneten hier mit namhaften Summen angeführtwar, lieferte einen weiten Spielraum für Verdächtigungen der gehässigsten Art,und perfide Zusammenstellung, wozu keinerlei Berechtigung durch die „NevneNetrospective" vorlag, diente einem Korrespondenten der „Allgemeinen Zeitung"zur Folie einer Anklage, die unumwunden dahin lautet, als habe das MinisteriumGuizot für bestimmte Summen meine Feder erkauft, um seine Negierungsaktezu verteidigen. Die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung" begleitet jene Korre-spondenz mit einer Note, worin sie vielmehr die Meinung ausspricht, daß ich nichtfür das, was ich schrieb, jene Unterstützung empfangen haben möge, „sondern fürdas, was ich nicht schrieb". Die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung", die seitzwanzig Jahren nicht sowohl durch das, was sie von mir druckte, als vielmehrdurch das, was sie nicht druckte, hinlänglich Gelegenheit hatte zu merken, daß ichnicht der servile Schriftsteller bin, der sich sein Stillschweigen bezahlen läßt —besagte Redaktion hätte mich wohl mit jener lovis now verschonen können. Nichtdem Korrespondenzartitel, sondern der Ncdaktionsnote widme ich diese Zeilen,worin ich mich so bestimmt als möglich über mein Verhältnis zum GuizotschenMinisterium erklären will. Höhere Interessen bestimmen mich dazu, nicht diekleinen Interessen der Persönlichen Sicherheit, nicht einmal die der Ehre. MeineEhre ist nicht in der Hand des ersten besten Zeitnngskorrespondenten; nicht da?erste, beste Tageblatt ist ihr Tribunal; nur von den Assisen der Litteraturgeschichtekann ich gerichtet werden. Dann auch will ich nicht zugeben, daß Großmut alsFurcht interpretiert und verunglimpft werde. Nein, die Unterstützung, welche ichvon dem Ministerium Guizot empfing, war kein Tribut; sie war eben nur eineUnterstützung, sie war — ich nenne die Sache bei ihrem Namen — das großeAlmosen, welches das französische Volk an so viele Taufende von Fremden spendete,die sich durch ihren Eifer für die Sache der Revolution in ihrer Heimat mehroder weniger kompromittiert hatten und an dem gastlichen Herde Frankreichs eineFreistätte suchten. Ich nahm solche Hilfsgelder in Anspruch kurz nach jener Zeit,als die bedauerlichen. Vnndestagsdekrete erschienen, die mich, als den Chorführereines sogenannten jungen Deutschland, auch finanziell zu verderben suchten, in-dem sie nicht bloß meine vorhandenen Schriften, sondern auch alles, was späterhinaus meiner Feder fließen würde, im voraus mit Interdikt belegten, und michsolchermaßen meines Vermögens und meiner Erwerbsmittel beraubten, ohne Urteilund Recht. Daß mir die Auszahlung der verlangten Hilfsgelder ans die Kassedes Ministeriums der äußeren Angelegenheiten, und zwar ans die Pensionsfonds,angewiesen wurde, die keiner öffentlichen Kontrolle ausgesetzt, hatte zunächst seinenGrnnd in dein Umstand, daß die andern Kassen dermalen zu sehr belastet gewesen.Vielleicht auch wallte die französische Regierung nicht ostensibel einen Mann unter-