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10 (1898) Französische Zustände : 2
Entstehung
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56 Französische Zustände. H.

Emprunt hat in-m ihm nichts zufließen lassen, und ans Beteiligungbei neuen Eisenbahn-Entrcprisen muß er gänzlich verzichten, seitdemer bei der Versenkter Eisenbahn der rivs Ennests eine so kläglicheSchlappe erlitten und seine Leute in so schreckliche Verluste hinein-gerechnct hat. Keiner will mehr etwas von ihm wissen, jeder stößtihn zurück, und sogar sein einziger Freund (der, beiläufig gesagt,ihn nicht ausstehen konnte), sogar sein Jonathan, der StockjobbcrLänscdvrf verläßt ihn und läuft jetzt beständig hinter dem BaronMeklcnbnrg einher, und kriecht demselben fast zwischen die Rockschößehinein. — Beiläufig bemerke ich ebenfalls, daß genannter BaronMcklenburg, einer unserer eifrigsten Ngivtcure und Industriellen,keineswegs ein Israelit ist, wie man gewöhnlich glaubt, weil man ihnmit Abraham Mcklenburg verwechselt, oder weil man ihn immerunter den Starken Israels sieht, unter den Krethi und Plcthi derBörse, wo sie sich um ihn versammeln! denn sie lieben ihn sehr.Diese Leute sind keine religiösen Fanatiker, wie man sieht, und ihrUnmut gegen den armen Leo ist daher keinen intoleranten Ursachenbeizumessen; sie grollen ihm nicht wegen seiner Abtrünnigkcit vonder schönen jüdischen Religion, und sie zuckten nur mitleidig dieAchsel über die schlechten RcligionS-Wcchsel-Geschäfte deS armen Leo,der in dem protestantischen Bethans der Rue ciss UiUsttss jetzt dasAmt eines Margnillers versieht — das ist gewiß ein bedeutendesEhrenamt, aber ein Mann wie August Leo wäre mit der Zeit auchin der Synagoge zu großen Würden emporgestiegen, man hättevielleicht bei Bcschneidnngsfcierlichkeitcn das Kind, dem die Vorhautabgeschnitten wird, oder das Mcsserchcn, womit solches geschieht, seinenHänden anvertraut, oder man Hütte ihn auch bei Lesung der Thoramit den kostspieligsten Tagcswürden überhäuft, ja, da er sehr musi-kalisch ist und gar für Kirchenmusik so viel Sinn besitzt, wäre ihmvielleicht am Neujahrsfeste der jüdischen Kirche das Blasen mit demSchofar, dem heiligen Hörne, zu teil worden. Nein, er ist nichtdas Opfer eines religiösen oder moralischen Unwillens starrköpfigerPharisäer, es sind nicht Fehler des Herzens, welche dem armen Leozur Last gelegt werden, sondern RcchnnngSfehler, und verloreneMillionen verzeiht selbst kein Christ. Aber habt doch endlich Er-barmen mit dem armen Gefallenen, mit der gesunkenen Größe,nehmt ihn wieder ans in Gnaden, laßt ihn wieder teilnehmen aneinem guten Geschäft, gönnt ihm einmal wieder einen kleinen Profit,woran sich ein gebrochenes Herz erlabe, ckats odolum Lslisario —gebt einen Obolus einem Belisar, der zwar kein großer Feldherr,aber blind gewesen und nie im Leben irgend einem Bedürftigeneinen Obolus gegeben hat!

Auch patriotische Gründe gicbt es, welche die Erhaltung desarmen Leo wünschenswert mache». Gekränktes Selbstgefühl und die