Die parlamentarische Periode des BiirpcrkönigtmnS, Lk
streckt, Und welche schreckliche und gefährliche Hände! — Wie gehteS Ihnen? frug einst ei» deutscher Dichter den Herrn Baron, „Ichbin verrückt," erwiderte dieser. Ehe Sie nicht Geld zum FensterHinauswerfen, sagte der Dichter, glaube ich es nicht. Der Baron fielihm aber seufzend in die Rede: „Das ist eben meine Verrücktheit,daß ich nicht manchmal das Geld zum Fenster hinauswerfe,"
Wie unglücklich sind doch die Reichen in diesem Leben, — undnach dem Tode kommen sie nicht einmal in den Himmel! „EinKamel wird eher durch ein Nadelöhr gehen, als daß ein Reicherins Himmelreich käme" — dieses Wort'des göttlichen .Kommunistenist ein furchtbares Anathema und zeugt von seinem bitteren Haßgegen die Börse und Imuks tiimnaa von Jerusalem, Es wimmeltin der Welt von Philanthropen, eS giebt Tiergnälergesellschaften,und man thnt wirklich sehr viel für die Armen, Aber für die Reichen,die noch viel unglücklicher sind, geschieht gar nichts. Statt PreiS-fragen über Seidenknltur, Slallfütternng und Kantsche Philosophieaufzugeben, sollten unsere gelehrten Soeietäten einen bedeutendenPreis aussehen zur Lösung der Frage, wie man ein Kamel durchein Nadelöhr fädeln könne. Ehe diese große Kamclfrage gelöst ist,und die Reichen eine Aussicht gewinnen, ins Himmelreich zu kommen,wird auch für die Armen kein durchgreifendes Heil begründet. DieReichen würden weniger hartherzig sein, »venu sie nicht bloß ausErdenglück angewiesen wären und nicht die Armen beneiden müßten,die einst dort oben in kloribns sich des ewigen Lebens gaudiereu,Sie sagen: Warum sollen wir hier auf Erden für das Lumpemgesindel ctivaS thun, da es ihm doch einst besser geht als nnS, undwir jedenfalls nach dem Tode nicht mit demselben zusammentreffen.Wüßten die Reichen, daß sie dort oben wieder in aller Ewigkeit mitnnS gemeinsam Hausen müssen, so würden sie sich gewiß hier aufErden etwas genieren und sich hüten, nnS gar zu sehr zu mißhandeln.Laßt uns vor allem die große Kamelfrage lösen.
Hartherzig sind die Reichen, das ist wahr, Sie sind es sogargegen ihre ehemaligen Kollegen, wenn sie etwas heruntergekommensind. Da bin ich jüngst dem armen August Leo begegnet, und dasHerz blutete mir beim Anblick des Mannes, der ehemals mit denHäuptern der Börse, mit der Aristokratie der Spekulanten, so intimverbunden und sogar selbst ein Stück Bankier war. Aber sagt mirdoch, ihr hochmögcnden Herren, was hat euch der arme Leo gethan,daß ihr ihn so schnöde ausgestoßen habt ans der Gemeinde? — ichmeine nicht aus der jüdischen, ich meine ans der Finnnzgeineinde,Ja, der Ärmste genießt seit einiger Zeit die Ungunst seiner Genossenin so hohem Grade, daß man ihn von allen verdienstlichen Unter-nehmungen, d, h, von allen Unternehmungen, woran etwas verdientwird, wie einen Misselsüchtigen ausschließt. Auch von dem lehten