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10 (1898) Französische Zustände : 2
Entstehung
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Die parlamentarische Periode des Btirgerkönigtums. 9

Seele, wie ein Kind an der Brust der Mittler; sie tränkte sein Talentnnd offenbarte ihm alle ihre Herrlichkeiten, und nebenbei gesagt, siewar ihm lieber als die Tradition der Meister, ein überschwenglichesVersinken in den süßen Wahnwitz der Kunst, ein unheimliches Gelüstenach Traumweltgeniissen, ein Abfall von der Natur, hat also eben-falls den vortrefflichen Mann nicht in den Tod gelockt. Auch warenseine Finanzen wohlbcstellt, er war geehrt, bewundert und sogargesund. Was war es aber? Hier in Paris ging einige Zeit dieSage, eine unglückliche Leidenschaft für eine vornehme Dame inRom habe jenen Selbstmord veranlaßt. Ich kann nicht daran glauben.Robert war damals achtunddreißig Jahre alt, nnd in diesem Altersind die Ausbrüche der großen Passion zwar sehr furchtbar, aberman bringt sich nicht um, wie-in der frühen Jugend, in der un-männlichen Werther-Periode.

Was Robert aus dem Leben trieb, war vielleicht jenes entsetz-lichste aller Gefühle, wo ein Künstler das Mißverhältnis entdeckt, daszwischen seiner Schöpfungslust nnd seinem Darstcllungsvcrmögcnstattfindet; dieses Bewußtsein der Unkraft ist schon der halbe Tod,nnd die Hand hilft nur nach, um die Agonie zu verkürzen. Wiebrav nnd herrlich auch die Leistungen Roberts, so waren sie dochgewiß nur blasse Schatten jener blühenden Naturschönheitcn, diefeiner Seele vorschwebten, nnd ein geübtes Auge entdeckte leicht eiltmühsames Ringen mit dem Stoff, den er nur durch die vcrzwciflungs-vollste Anstrengung bewältigte. Schön und fest sind alle dieseRobertschen Bilder, aber die meisten sind nicht frei, es weht darinnicht der unmittelbare Geist, sie sind komponiert. Robert hatteeine gewisse Ahnung von genialer Größe, und doch war sein Geistgebannt in kleine Rahmen. Nach dem Charakter seiner Erzeugnissezu urteilen, sollte man glauben, er sei Enthusiast gewesen für Ra-phael Sanzio von Urbino, den idealen Schönhcitsengel; nein, wieseine Bertrauten versichern, war es vielmehr Michel Angclo Buona-rotti, der stürmische Titane, der wilde Donnergott des jüngstenGerichts, für den er schwärmte, den er anbetete. Der wahre Grundseines Todes war der bittere Unmut des Genremalers, der nachgroßartigster Historienmalerei lechzte er starb an einer Lakuneseines Darstellnngsvcrmögens.

Der Kupferstich von den Fischern, den die Herren Gonpil undRittncr jetzt ausgestellt haben, ist vortrefflich in Bezug auf das Tech-nische; ein wahres Meisterstück, weit vorzüglicher als der Stich derSchnitter, der vielleicht mit zu großer Hast "verfertigt worden. AbereS fehlt ihm der Ctznrakter der Ursprünglichkcit, der uns bei denSchnittern so vvllsclig entzückt, und der vielleicht dadurch cutstand,daß dieses Gemälde ans einer einzigen Anschauung, sei es eine äußereoder innere, gleichviel, hervorgegangen nnd derselben mit großer