4-,
wovon jenes dem Baron von Mannteufel gehört. — Zu Flammersheim bliebich den 17. May, und besuchte auf den Nachmittag den Herren des Ort?,der mir mit einer besondcrn Freundlichkeit und Höflichkeit begegnete. — Beymeinem Onkel, der bisher herrschaftlicher Vogt gewesen war, traf ich seineSchwiegermutter, die Frau Trimborn, die ihn eben besuchte, eine alte ?2jäh-rige, aber überaus artige, freymüthige und muntere Dame an. Sie lebtjetzt aus Liebe zur Ruhe schon sechs Jahre in einem Kloster in Düren, wo-selbst sie sehr zufrieden ist. Sie hat die französckSprache in ihrer Gewalt,und überhaupt die freye und gefällige Lebensart dieses Volks, ob sie gleich ei-ne Deutsche ist. So viel vermag eine gute Erziehung und ein munteres undgefälliges Betragen. Gewiß diese Frau gefällt mehr in ihrem ?2ten Jahrals manches Mädchen im 2Oten. Ein wohlerzogenes Frauenzimmer ist einEngel, ein übelgeartetes oder schlechterzogenes ein Teufel! —
Den :8ten reißte ich des Morgens um halb fünf Uhr weg. In demFlammersheimer Wald, der be» zwo Stunden lang ist, und aus lauterehrwürdigen, vor Alter schon abgängigen, Eichen besteht, ward ich in einengrossen, aber leeren, Schrecken gesetzt. Nämlich ungefebr um halb sechs stiegich vom Pferd ab, hing den Zügel an eine Knorre einer Eiche, und befahlmeinem Begleiter bey dem Pferd zu bleiben. Ich gieng darauf ungefehr 20Schritt bey Seite in den Wald. Ich verweilte mich ein wenig; und alsich zurück kam," war kein Pferd und kein Kerl zu sehen. Ich rief den Kerloft bey seinem Namen, erhielt aber keine Antwort. Ich gieng den Weg herun-ter, und rief noch einigemal ans vollem den Mann bey seinem Namen.Der Gedanke, daß der Mann mit meinem Pferd und den Mantelsack durch-gegangen wäre, war sehr natürlich. Ich getröstete mich meiner Sachen; aberden Verlust meiner Papiere, worunter ein Theil dieser Reisebeschreibung war,bedauerte ich am meisten. Ich gieng fort, und machte schon Projeckte, wieich meinen Schaden verbessern wollte, als ichMtzlich das Pferd wiehern hörte.Ich rief den Mann noch einmal bey seinem Namen, und er antwortete mir.Der gute Mann war eben so voll Verwunderung, als ich. Er wardem Weg nachgegangen; und weil das Perd ihm Angehörte, so hattees, als er schon ziemlich weit fortgegangen war, den Zügel zerrissen, undwar ihm in vollem Galopp nachgelaufen. Der Mann hatte vermuthet, ich sc»unglücklich gewesen, und war mit dem Pferd schon etwas zurückgegangen,
besonders