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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
Seite
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besonders da der nicht fest angeschnallte Satte! mit dem Mantelsack auf einerSeile gehangen hatte. So endigte sich dieser Schrecken zu meiner nicht gerin-gen Zufriedenheit. -» Ich kam von Reimdach, welches eine Stunde von Flam-mersheim liegt, nach klein Aaldorf auch eine Stunde von Reimbach, und dannnach Gelsdorf eine Stunde von klein Aaldorf. Der Herr Richter Custodisin Gelsdorf hatte mich den vorigen Tag zu Flammersheim nach Gelsdorf zukommen ersucht. Gelsdorf ist eine Herrfchaft mit einem prächtigen Schlos-se, welche der Herr geheime Rath von Graben in Bonn von dem Herrn vonHalderg in Wien um 100,000Rthlr. gekauft hat. Herr Custodis ist daselbstgeboren und seinem fel. Vater in; Amte gefolgt. Er wohnt in einem zu demSchlosse gehörigen Gebäude, woselbst er sehr artige Zimmer hat. Das'Schloß ist nach Jtaliänischer Art im Jahr 1756. erbaut worden. DieAufschrift über der Thüre ist: "H, Motel saus Leim" und recht gut ge-wählt- Die Gemälde und Kupferstiche in diesem reizenden und wohl meub-litten Landhause, sind werth angeführt zu werden. -- Im Speisesaal sindvier grosse vier Fuß lange und zwcv Fuß hohe Kupferstiche, welche die Thü-len Alexanders des Grossen vorstellen, nach Gemälden des le Brün vonGunst gestochen. Der erste Kupferstich stellt die Schlacht bey Arbela vor.Alexander erscheint hier ausserordentlich geschäftig, der zweyts dm Sieg überden König Poms / wo der edle Stolz des Königs Perus und die EdelmuthAlexanders treflich ausgedruckt sind, der dritte den Einzug in Babylon.Alexander auf einem Triumphwagen mit der Miene der Hoheit und dem stol-zen Bewustseyn einer halben besiegten Welt ist meisterhaft. Im vierten Ku-pferstich, die Schlacht beym Granikus/ ist Alexander voll Wuch, undnicht der liebreiche Held, der er beym Anblick des Porus ist. Ineinem andern Zimmer ist noch ein, hiezu gehöriger fünfter Kupferstich, derSieg bey Zstus/ wobey Alexander das Lager des Darms eroberte, unddessen Familie in seine Gewalt bekam. Sisygambis, die Mutter des Da-rms, zu den Füssen Alexanders, Alexander mit seinem, ihm an Gestaltund Alter gleichen, Herzensfreunde Hephästion, mit dem edelsten Mitleidim Antlitz, sind eine rührende Scsye. Mit der reinsten Lust verweilte mein Augeauf diesen unsterblichen und rührenden Denkmälern der vomeflichsten Kunst.Doch riefen mich wieder andre von derer Betrachtung ab. In demnämlichen Speisesaale ist ober dem Kamin ein versteinerter Fisch , wie es

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