Hönningen d, 11. May, 1734cMorgens um sieben Uhr.
Teuerster Freund!
A^on Düsternau im Hachenburgischen gieng gestern Morgens um sieben Uhr-^5 unter dem frohen Geschwirre der Wälder und Haine mein Zug überEhrenstcin, Beuling und Plag nach Johannsberg. Ich speißte daselbst zuMittag. In der größten Sonnenhitze ritt ich in Begleitung meines bewaffne-ten Bauers ab. — Zu Vettelschos einem kleinen Dörfchen ist ein Hügel, denman den Vettelschosser Hügel nennt, der ganz mit Basalten bedeckt ist. —In dieser Gegend ist der herrlichste Prospekt nach den sieben BergeN/ denman sich denken kann. Der Drachenfels, die Wolkcnburg und die Löwen-burg erheben ihre stolzen Häupter, in Nebel gehüllt, wie Ossians Helden-geister. Doch nirgend ist dieser Prospekt reizender, als auf der Buchhol-zer-Heide im Kölnischen, welche wohl eine Stunde groß, und zu einem Ue-dungsplatze, oder Wahlfelde sehr dienlich wäre. Neben der Löwenburg lie-gen nach diesem Prospekt in einer Reihe nach Südost, der Asperich, derWildscheiderberg, der Aelerberg und der Hommelsberg alle sehr malerisch undreizend, wie jetzt das erste Grün ihre Gipfel deckte. Ich empfand rechtHorazens Ode: ''Oianam tansras clicire Vü-ginez öec." Auf der Map-Frie-drichshütte besuchte ich den Hrn. Hofkammerrath Bennerscheid in seiner phi-
loso-