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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
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V o r b e r i ch t,

twas spater, aber interessanter, erscheinet dieses zweyte Heft der malerischen Reise,Die Leser werden den Verfasser des Textes, der auf diese Reise viele Mühe und

Unkosten verwandt hat, wegen der Verzögerung gütigst entschuldigen, wenn er dasPublicum heilig versichert, daß sein neues Amt, seine Unpäßlichkeiten, das Unglück sei-ner Familie und die Verlaumdungcn und Verfolgungen böser Menschen, die ihm seineWahrheitsliebe zugezogen haben, ihm Lust und Zeit raubten, diese kleine, aber merk,würdige Reisebcschreibung, besser auszuarbeiten.

In der Zuversicht aber, der freye und ungekünstelte Ton derselben, werde mcheals die gelehrteste Ausarbeitung gefallen, übcrgicbt er diese Nachrichten dem Druckso, wie er sie gesammelt. Seine Liebe zur Aufklärung und Toleranz hat ihm bcy demArtikel über die sieben Berge im ersten Heft dieser malerischen Reise viele Feindezugezogen. Man erstaunet über die mannigfaltigen Beleidigungen, welche er persönlichvon intoleranten und unwissenden Mönchen ausschalten hat, wie der Artikel von Sinzigu.a.m. bezeuget. In manchem Kloster, das vor der Furcht aufgehoben z» wer-den zittert, wurde er, wenn er etwas Merkwürdiges besehen wollte, theils voreinen abgesandten Commissar, theils vor einen Spion gehalten, mithin war ftineganze Reife mit Beschwerlichkeiten verknüpft. Dieses alles zusammen genommen,gicbt den malerischen Reisen ein desto grösseres Gewicht und Originalität. Derglei-chen Schicksale aber sind für das Genie wenig ermunternd. In dem dritten Hef,te, wozu die Prospekte schon gezeichnet sind, wird der Verfasser die Zusätze, in-glcichcn physische, literarische, historische und kritische Anmerkungen, wie auch einekleine Beschreibung des jetzigen Fürstenthums Neuwied, und eine Schutzschrift fürsich selbst, gegen die Verläumdungcn, Kabalen und Anfalle seiner Feinde liefern,wenn die Weisen unter seinen Lesern seine Arbeit nicht ganz verwerfen.

B. d. iL. April. 178s .