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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
Seite
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Kranz von künstlichen Blumen, zwei) paar leinene Strumpfe, mit rochen sei-denen Schleifen, die um die Maden gebunden sind, und Pantoffel. Der Kü-ster sagte mir die rochen Schleifen seyen von Jemand geschenkt worden, den der Hei-lige von der Gicht befteyt. Jzt hat der Pfarrer alle Verehrung dieses Körpersverboten. Man will, daß dieser Körper vor Jahren begraben worden sey.Dies ist sehr unwahrscheinlich; denn nach der Todtenliste, worinn man ihngefunden, muß er aus dem iz. oder 14. Jahrhundert seyn. Man hat keineSchrift oder Anzeige seines Namens bey ihm gefunden. Vielweniger weisman etwas von feinem Leben. Nur das Vorurtheil, das ein nicht verfaulen-der Körper ein Merkmal der Heiligkeit der Seele sey, die diejcn Körper ehemalsbewohnt, hat den schwärmerischen Pöbel zur Verehrung dieses Körpers, undzu allerhand kühnen Erdichtungen verleitet. Entweder hat dieser Körper in Gops,Thon oder Mergel gelegen, wie die weise Materie in dem Hautfalten der linkenHand anzuzeigen scheint, oder in einem trocknen ducksteinartigen Erdreich; dennman hat mir versichert, daß ehedem zu Sinzig Ducksteinbrüche gewesen sind;und die Strassen sind in diesen Gegenden voll von Tras und Bimsteinen. Undich setze den Fall, keines von allen diesen Dingen soll zu der Austrocknung die-ses Körpers etwas beigetragen haben, giebt es uns nicht noch unbekannte derFäulniß wiederstehende Ursachen? In dem Rathskeller in Bremen bleiben mensch-liche-und thierische Körper, die man hinlegt, unverweslich, vermuthlich durch dieKraft unbekannter Ausdünstungen. Wie viel aber das Austrocknen zur Ver-hütung der Fäulnis beytrage, beweißt die tägliche Erfahrung; denn ohne einehinlängliche Menge Wassertheile wird die faulende/ eben so, wie jede Gährungverhindert. Daher sagt schon Aristoteles/ baß zur Fäulnis Warme undFeuchtigkeit erfordert werbe. Mögten doch die betrogenen Sterblichen anstatt neue Götter; und neue Reliquien auszusuchen den einzigen, wahren, all-mächtigen, allweisen und allgütigen Schöpfer des Weltalls, dessen Geist al»les erfüllt, erkennen, und im Geist und in der Wahrheit anbeten! Ader derAderglaube, der gröste Beweis menschlicher Schwäche, war bey allen Völ-kern, und zu allen Zeiten sinnreich, sich von dem wahren Gott zu entfernen,und selbstgewähltem Tand, selbst erfundenen Gesetzen nachzuhängen.

Mehr Ruhm als alle tobte Körper bringt Sinzig, daß es der Geburts-ort der berühmten Dichterin Marianne Deurer geb. Vithens ist. Sie isteine Tochter des sel. Hofkammcrrath Vithens. Sie war an verschiednen Or-ten Gouvernantin, und heyrachete im Jahr 1782. im Sommer den Herrn

F.