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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
Seite
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hundert zu scyn scheint, und vielleicht ehedem die Dienste einer Zitadelle ge-leistet hat.

Unweit der Pfarrkirche, steht auf einem Platz eine Säule aus Mühl-steinen mit einem Bildniß oben drauf, welche man beym ersten Anblick füreine Römische halten sollte; aber das Stadtwappen, das darauf ist,widerlegt diese Muthmassung, sobald man genauer acht giebt. Bey dieserGelegenheit erinnere ich, daß man aus dem Mühlstein nicht nur eigentlicheMühlsteine, sondern auch Mauersteine, Platten u.V.gl. verfertigt; denn erlaßt sich gut bearbeiten, und ist dauerhaft. Wenn er der Luft und dem Re-gen ausgefetzt bleibt, so wird er endlich ganz schwarz, welches neben seinerPorosität einen sehr unangenehmen Anblick macht, denn so scheint der Steinvom Alter angefressen zu seyn. Bei) den Fratzenköpfen an den alten Gebäu-den, ist dieß besonders sichtbar.

Ehe ich diese Gegenden verlasse, muß ich über die feuerspeienden Berge,die in ältesten Zeiten wahrscheinlich hier gebrannt haben, einige Muthmassungenwagen. Der Duckstein, der Bimstein, der schwammigte Graustein, derBackofenstein und der Mühlstein sind ohne Zweifel nichts anders, als vulkani-sche Produckte. Von dem Duckstein ist es gar kein Zweifel; denn dieschwarzen Abdrücke von allerhand Blattern und die Kohlen, die man darinfindet, beweisen es hinlänglich. Nun halten einige den Duckstein für die zu-sammengebackene Asche (od. Lava) eines Vulkans; er kann zum Theil dar-aus bestehen, aber nicht ganz; denn der meiste, besonders der tief liegendeDuckstein ist schwammigt, daß man deutlich sehen kann, daß die Materie,woraus er entstanden, einmal flüssig gewesen scyn muß. Der Bimsteinist ein noch viel stärkerer Beweiß ehemaliger Vulkane, welcher ohne dieselbennicht entstehen kann. Nun glaube ich ferner, daß nach der Verschieden-heit der Materien und der Hitze der schwammigte Graustein, der Mühlsteinund der Backofenstein durch die Gewalt des Feuers entstanden sind. Man.halt den Laager See vor den Becher eines Vulkans. Es ist wegen seinerungeheuren Tiefe von 107 Ellen ziemlich wahrscheinlich. Man erklärt denUrsprung der feuerspeyenden Berge aus der Erhitzung des Schwefels undEisens. Ich nehme diese Erklärung an; wenn nun diese Materien auege-braust haben, so daß aller unterirdischer Vorrath verzehrt ist, so hören die Vul-kane auf; und Szenen des Schreckens werden die Wohnplätze lebender Ge-schöpfe.