Im Jahr 1778. kam der Hr. de Luc aus Genf den 28. Ma» zu Nieder-mendig an, und reißte am 1 Junius ab. Mein Wirth fligte mir, er habe einbisgen Lateinisch mit ihm gesprochen, es sey aber ein Rothgerbergesclle im Dor-fe gewesen, der die Französische Sprache verstanden, und dem Herrn de Luczum Dolmetscher gedient habe.
Eine Stunde von Niedermendig, zu Bel und anderswo werden die Back-ofensteine , welche ein röthlichter fleischfarbner Sandstein sind, gebrochen. Siewerden ziemlich weit verführt.
Eine Stunde von Niedermendig ist im freyen Felde eine Kirche, - welcheman die Frauenkirche heißt. Hier soll der Körper der in der Legende berühm-ten Gräfin Genovefe ruhen. Unweit davon soll ein Berg seyn, wo Graf Sieg-fried soll gewohnt haben. Es gehen andächtige Pilger nach Frauenkirch umGenovefens Grabmahl zu besuchen.
Ich habe noch merkwürdig gefunden, daß in diesen Gegenden etwas anssehnliche Dörfer, wie z.B. Niedermendig, Thore haben, wie in andernGegenden die Flecken und Stäbchen.
Freytags, den 14. May reißte ich des Nachmittags um 4 Uhr von Nieder-mendig ab. Der Roggen war in einem guten Zustande. Uebcrall fand ichdie Wege mit Tras und Bausteinen bedeckt. — Ueber eine halbe Stundekam ich nach Kruft, einem artigen in einem Thale liegenden Dorfe, woselbsteine zierlich gebaute Probstey ist, die dem Kloster Lang zugehört, welchesauch Hieselbst die Pfarre hat. Hier werden weichere und härtere Ducksieinein der Ebene gebrochen. — Eine halbe Stunde weiter liegt Gräz, ein Dorfwoselbst auf die nämliche Art der Duckstein gebrochen wird. Eine Viertel-stunde von Gräz liegt ein ziemlich ansehnliches Dorf Plcid. — Hier gieng ichin den auf dem Felde, vor dem Dorfe liegenden Ducksteinbruch. Hier wer-den die Ducksteine eben so, wie zu Kruft und Graz in parallelogrammati-sche Steine gehauen. Das gewöhnliche Maas, unter welchem keiner seyn darf,beträgt i Fuß in die Länge und 6 Zoll in die Breite; die Dicke ist von eini-gen Zollen. Aber die meisten sind durchgehends langer und breiter. Diese soausgehauene Steine werden in Haufen zusammen gelegt. Und da sie alle gutauf einander passen, so kann ein solcher Haufen leicht abgemessen werden, da-mit man wissen kann wie viel Fuß der Haufen überhaupt enthält. Jedendritten Haufen erhalt der Kurfürst von Trier als Grundherr; dabei) müssen
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