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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
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die Arbeiter ihre zween übrigen Haufen für einen gewissen Preis dem Kur-fürsten nach Andernach liefern, der diese Steine dann an die Holländer ver-kauft. Dieß ist gar zu hart. ^ Ferner werden an diesen Orten auch Back-steine gebrochen, die zum Traö bestimmt sind. Hier findet man viele verschüt-tete Brüche, worin man vor alten Zeiten gearbeitet hat. Der tiefer liegen-de Duckstein ist hier auch allemal viel harter, als der höher liegende. Einpaar Arbeiter versicherten mich, daß man hier alte Lampen und Steinschrif-ten nicht selten finde, daß sie aber dergleichen Dinge nicht geachtet, sondernweggeworfen hatten. Die Wege waren auch hier überall mit Bimstci-nen bedeckt.

Aber das Merkwürdigste in Pleid, ist das unterirdische Duckstein < Ge-wölbe, das sich unter der Kirche und dem Kirchhofe findet. -- Bey demSchulmeister Wilhelm Schneider, geht man im Hause eine Treppe hinunterins Gewölbe. Es ist ungefehr 20 Fuß hoch. Ucberall hat man, indem manden Duckstein weggebrochen hat, zur Unterstützung des Gewölbes ungeheureDucksteinsaulen gelassen, damit es nicht einstürzen sollte. Immer wechselngrosse Hölen und die Säulen ab; eben diese Abwechslung, die schöne Rundungder Gewölbe, die Weite und Lange dieser merkwürdigen Hölen machen ihreernsthafte und schaudrigte Schönheit aus. Die Kirche und der Kirchhof ru-hen alle auf diesem Gewölbe. Der Küster, der mich mit seiner Tochter beglei-tete, hatte eine Leuchte bey sich, und verbrannte wahrend dem Herumgehen 5Strohfackeln; denn ohne die Hülfe der Fackeln würde man die Schönheitendieser Höle wenig sehen können. Der Boden dieser Hole ist meistens eben,ausser, daß noch von jeher verschiedene ungeheure Haufen Tras darin liegen.Der jetzige Kurfürst von Trier hat diese Höle zwei) - oder dyeymal, und derGraf von Neuwied einmal besehen. Verschiedene andre Grosse und Vorneh-me haben sie auch besucht. Einige Tage vor meiner Ankunft zu Pleid warendaselbst einige Hauser abgebrannt.

Es war um sieben Uhr des Abends als ich abreißte. Man sagte mir, eswäre nur eine Stunde bis Andernach; aber es sind hieher zwo; denn es war9 Uhr, als ich daselbst ankam. Meine Reise gieng durch eine stäche Gegendund etwas bergab. Ganz nahe bey Andernach liegt das adeliche NonnenklosterSt. Thomas, welches eine niedliche neue Kirche haben soll, die ick aber denfolgenden Tag aus Mangel der Zeit nicht besehen konnte. Ich gieng nach

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