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II. Heft (1785) [Mit sechs Prospekten]
Entstehung
Seite
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Diese Handmühlen werden nach der Türkey, nach Indien und Amerika,so wie die Mühlsteine überhaupt nach Holland, Engelland, Dänemark u.s.w.verführt.

Die Mühlsteine haben aber auch Fehler, welche ihren Preis sehr her-absetzen. In solchen Fallen werden sie durch eiserne Bände geflickt.

Windschief sind sie, wenn das Loch nicht gerade in der Mitte ist;dann s chleichen sie zu geschwinde nach einer Seite aus. Sie können auch halbfalsch an Stoff, zu dünne und zu kurz seyn, u.s.w.

Zu Niedermendig war auch ein gewisser höflicher Mann, Meister Joh.Mannebach, welcher nur eine Probe von dem Graustem, wie man ihnda nennt, brachte, welcher am Wingertsberge und am Tilberge in der Trieri-schen Domkapitularischen Nicdermendiger Gerechtigkeit gefunden wird. Erist ganz schwammigt, leicht und brüchigt; feine Farbe ist dunkelgrau. Mansagte mir, er schwimme auf dem Wasser; dieß halt aber die Probe nichtaus. Weil er äusserst schwammigt, und in diesen Zwischenräumchen einegrosse Menge Luft enthalten ist, so sinkt er im Wasser langsamer unter, alsandre Steine. Sobald man ihn in's Wasser legt, fahrt aus seinen Zwischen-räumchen eine grosse Menge Luftblasen heraus, und so sinkt er in kurzer Zeitganz zu Boden. Er wird zum Bauen, und vorzüglich zu Gewölben ge-braucht; denn die Kalkspcise zieht gut hinein. Kurfürst Franz Georg vonTrier erbaute vor ungefehr 40 Jahren davon die Schönburger-Lust. Dieserward gebrochen am Tilberge.

Gedachter Joh. Mannebach schenkte mir ein Mineral, welches seineTochter am Tilberge gesunden halte. Es ist glänzend, dunkelbraun, undschwer. Ich halte es für einen Bleyspat.

Das Niedermendiger Gebiet ist ziemlich dürftig. Die meisten leben vonden Mühlstein graben. Ich gerieth zu Niedermendig zu einem Wirth, derdrey Jahre auf der Klasse zu Koblenz gewesen, und wie dann solche Leute indiesen Gegenden zu seyn pflegen, ein Erzpedant und ein höchst unausstehlicherMensch war. Ich machte ihn aber doch so treuherzig, daß er mir die schonmitgetheilte Liste der Mühlsteinsorten sehr willig mittheilte, und noch viele an-dere nützliche Dinge sagte. Anfangs traute er mir gar nicht, und Gott weis

es, wofür er mich hielt. Endlich fieng er doch an ein Zutrauen zu mir zu fassen.

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