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[1. Heft] (1784)
Entstehung
Seite
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geben. Wogegen aber diese, da er überdas ansehnliche Summen zu seiner Rei-se nach Rom forderte; auch, nach seiner Rückkunft von da, wieder neues Geldbrauchte, und mit Gewalt und Ernst einzutreiben anfieng, bis zu dem Punkteerbittert wurden, daß sie sich erkühnten, die Besatzung, welche er in ihre Stadtgelegt hatte, niederzuwerfen, und ihn, ihren Erzbjschof und Herrn, nachdem sieihn voraus einen entehrenden Eid abgedrungen hatten, mit sammt den Seinigen,heraus zu weisen. Diesen Eid nun erklarte zwar Pabst Urbanus/ für unkun-dig, und von keinem Gewichte, wie er es ohne diese Erklärung schon war,) undlegte die heilige Stadt dafür in Bann: allein das frommte dem guten Engelberteinmal nichts; der dieses selbst am ersten, und sich so in der Nothwendtgkeit fand,um Bündnisse und Helfer zu werben, die ihm beystünden, die Stadt wieder unterseinen Gehorsam zu bringen. Es kam zur förmlichen Belagerung. Aber, un-ter jenen Helfern war Theoderich Graf von Kleve, der weiß nicht, weiche po-litische Absichten haben mogte, tue Unternehmung fruchtlos zu machen. Er gabvor, er habe in der Nacht klar gesehen, wie die heilige Ursula mit ihren 11000Jungfern, und die himmlischen Helden Gereon und Georg mit ihrer Mannschaftüber die Mauern der Stadt einher marichiert, und die Thore mit feurigenKrcuzchen vermacht hatten; also, daß nun alle irdische Kriegsmacht sich ver-gebens vor Köln lagern würde u. s. w. . . . Wir sind glücklich, wir Bür-ger des achtzehnten Jahrhunderts, daß wir über dergleichen Abgeschmackthei-ten aus vollem Halse lachen können: allein, damals hatte das Märchen dieWirkung, daß alle die Helden vor Köln abzogen, und dem guten Erzbischof,(der am wenigsten an das Gesicht glauben mogte), einstweilen nichts übrigließen, als sich mit Gedult zu wappnen, und seine Residenz, wie oben ange-führt ist, zu Bonn auszuschlagen.

Ob er sich hierzu wie man sagt, die Gegend des sogenannten Mül-heimer Thürchen, erwählet habe; fort, ob diese Residenz groß, prachtig undin weichem Geschmacke erbauet gewesen, zu untersuchen, wäre ein Bei)spielhistorischer Mikrologie, und was sich immer davon herausbringen, vcrmuthcnoder bewahrscheinigen liefst, das unbedeutsamste Datum für die Geschichte desErzstilts, daß sich nur denken läßt. Genng, er ist, so viel mir bekannt, dererste unter seinen Vorgängern, der sich ordentlich, und nnt dem Willen, dazu wohnen, in Bonn angebauet hat. Auch starb er hier, und wurde, weildas hartnäckige Köln noch im Interdikte lag, in der MÜnfterkwche bepge-setzet, wo noch sein Grab sichtbar ist.

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