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[1. Heft] (1784)
Entstehung
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Erzbischof Heinrich von Virnenburg wich, wie wir oben schon gele-gentlich erwähl et haben, im Jahre 132z. diesen Heiligthümern statt ihres bis-herigen Aufenthaltes im alten Dom, zu ihrer einstweiligen Ruhestätte den Platzhinterhalb de? Chores an der äussern Peripherie des Halbzirkels, der die östlicheSeite dieses neuen Doms ausmachet an, woselbst sie, bis zu den Zeiten desErzblschofes Max. Heinrichs von Bayern, in einem eisern, rundum geschlossenenGegitter verwahret wurden, welches jener herunter machen, und durch das präch-tige Behältniß von Marmor, das noch dermalen vorhanden ist, ersetzen ließ.

Hier nun freylich hätten wir Anlaß genug, mit so vielen unserer Vorgän-ger in die lautesten Aensserungen des Erstaunens über die unsägliche Menge vonGold, Silber und Edelgesteinen auszubrechen, welche gleichfalls, (wenn man unsanders den Ausdruck hier zu Gute halten will), an dem Kasten, worinn jene Hei-ligen liegen, verschwendet ist, wenn wir dergleichen nicht lieber andern üoerliessen,die mehr Beruf dazu lühlen, als wir, die gerne bey der Hauptsache bleiben.

Dieser Kasten, welcher 7; Werkschutz in der Länge, in der Breite,und in der Höhe hält, dabey in dre» Fächer eingcthcilet ist, deren das unterstedie oftvesagten Leiber der drey Weisen aus dem Morgenland, das mittlere jeneder Märtyrer Felix und Nabov/ und das oberste die Gebenre des MärtyrersGregor von Spolew enthalten, ist im Ganzen zwar nur aus Kupfer, alleinvon jehr merkwürdiger Masivarbeit. Die untere Wand desselben ist mit gedie-genem Golde überzogen, und jedes der dre» heiligen Häupter/ (deren Scheitelnalles ist, was man durch ein Gitter von. dem geistlichen Schatze sehen kann),

hat

*) Fast alle altere Kirchen in Köln, vorzüglich jene aus dem ersten Jahrtausend, (wohinman St. Emilien, St. Severin, St. Cunibert, St. Gereon, St. Marien in Lupito-lio, Groß St. Marlin, St.Pantaleon in Köln:e. rechnet) gehen gegen die ostliche Seitein einen solchen Halbzirkel aus, und endigen sich nach Westen zu in ein langlichtes Vier«eck. Jener Halbzirke! hieß die Muschel, (Lcmcbs ) Im Mittelpunkte dcss Iben standder Altar, im Grunde aber, etwas erhabener, die LuttleM-u, KpilLvpi, worauf die»ser, oder jeder andere Offc'ank, not gegen das Volk gewandtem Gesichte, so wie nochheuzutage der Papst im Vatikan? saß. Um den V-schof süssen die Priester der Kir»che, vor ihm aber standen die OiuLoni und Zubcliuconi. Vor und um den Altarstand der Ller>.i8, und machte die zwote Abtheilung der Küche, den wir den Chornennen, aus. Ihn sonderte cm Vogen, (ndlis) und unter demselben verschiedene Staffel«vom Volke ab, welches die dritte Abiheilnng, die mit Säulenreihen beseht war, unddas Schiff (nuvis) genannt wurde, einnahm Vor den Kirchen war das Atrium»der der Vorhof für die Catkchumenm und Pönitencen, oder Büssende.