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[1. Heft] (1784)
Entstehung
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Ist nun dastand, wo er reiset, eine Art von Terra incoZnita (wie sich das von vsr,schiedenen Gegenden des Niederrheines im eigciuilchstcn Verstände sagen laße): sokommt selten etwas, auch noch so geringt und nichtsbedeutend - scheinendes, in dieSchreibtafel, das nicht dem auswärtigen Forscher, wofern es zu seiner Wissenschaftgelanget, willkommen und brauchbar wäre.

Manches darf immer in einer Reisebeschreibung eine Art Leser hinweg wünschen, oh»ne daß sich doch just davon sagc^ liest, es sty überflüssig oder nichtsbedeutend oder depla»rirt. Darf je der Herausgeber eines Werkes fodern, daß ein Theil Leser schuldige Ruck»ficht auf den andern nehme: so ist es gewiß der Herausgeber einer Reistbeschreibung. DieKosten einer gelehrten Reise sind zu beträchtlich, als daß man dabey nur eine Absicht ha»den; nur ein Ziel sich vorstecken könne.

Nach dieser unserer Erklärung wird man vielleicht fordern; wenigstens erwarten,daß wir die Gegenstände, mit deren Darstellung und Beschreibung wir das gegenwärtk»ge Werk anzufüllen denken, nach der Ordnung, wie sie einem Bereiste unserer Gegendenauf seinem Wege wahrscheinlicher Weise aufstossen würden, geben, das ist: in einer geo»graphischen Reihe, oder, mit andern Worren : nach der Postroute ordnen.

/un Grunde Härte uns, Herausgebern, diese Anordnung nicht viel mehr Mühe undkimstände gemacht, als jede andere: Allein, weil dasWerk heftweise erscheinen sollte, undes sich diesem nach oft hätte treffen können, daß ein Heft sechs und mehr Gegenstandevon einerley Art enthalten, mithin ermüdet hätte: so wählten wir jene Ordnung nicht;hielten vielmehr für dienlich, uns an keine Ordnung zu binden, um desto mehr Abwechst»lung und Mannigfaltigkeit in jedes Heft bringen zu können. Eines mußte, so zu sagen,dem andern aufgeopfert werden: Es soll uns freuen, wenn wir, nach dem Urtheile des. beträchtlichem Theiles unserer Leser, das minder Wichtige dem Wichtigem aufgeopfert,mithin unsere Absicht dabey erreichet haben.

Schließlich bitten wir, dieses erste Heft nicht eben als den Maaßstab anzunehmen,wonach sich das ganze folgende Werk genau messen ließ. Ich, der Verfasser des Textes,wenigstens finde nörhig zu erklären, daß mich ein Zusammenfluß von Hindernissen, dieich nicht vorsehen konnte, weniger Zeit an der Auswahl dieses Heftes habe anwen»den lassen, als ich mir, beym Entwürfe jenes Werkes/vorgenommen hatte, und alsjch an die Folgenden, so Gott will zu wenden denke. Ich konnte endlich die verlegendeHandlung nicht weiter hinaus vertrösten; versichere aber, daß geschickte Zeichnungen,die besonders für den Antiquar und Geschichtschreiber brauchbar sind, auf dem Beyfalldes Publicums warten.

Hierinn liegt zumTheile der Grund, warum ich noch Bedenken trage, meinen Na»men hierunter zu setzen, der dann wieder auch so unbeträchtlich in der Republick der Ge-lehrten ist, daß ich billig glaube, er hindere oder fördere dieses Werk an dem bischenGlücke nicht, was es vielleicht in der Welt machen kann; in Rücksicht auf die ArbeitderKünstler machen wird.

Diese letztere nun gehet mich, den Verfasser des Textes, ganz und zumal nichts an.Höchstens schlage ich dem Zeichner den einen oder andern Gegenstand vor, ohne doch da»durch seine Wahl einzuschränken, oder sein Genie zu engen und zu zwangen. Also darfund werde ich, bey dem Urtheile, welches Kenner über dessen Fleiß und Arbeit fallensollten, weder stolz noch ungehalten werden, so wenig, als lhn, den Zeichner, Lob oderTadel über meine Arbeit treffen kan.