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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
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V.

Die moralischen Vortheile der Land-plagen.

5? wenn doch erst Ostern ; wenn nnr erst der lange Win-ter vorüber seyu möchte! sagte im vorigen Herbste einHeuermann zn mir, der für sich, seine Frau und siebenKinder, nicht so viel geerndtct hatte, als er bis Martinigebrauchte; dem sein gesaeter Lein nicht aufgegangenwar, und den die vorjahrige Theurung bereits außerStand gesetzt hatte, seinem Wirthe die letztverschieneneHeuer zu bezahlen.

Nun sprach ich gestern zu ihm: Ostern ist da und derlange Winter vorüber, und ich sehe, ihr lebt doch nochwir eurer Frau und allen euren Kindern! ich glaube zwarwohl, ihr habt euer Brod sauer erworben, aber es wirdeuch auch nie so gut geschmeckt haben, als diesen Win-ter, da es das rareste war, was ihr hattet.

Ja wohl ist es mir sauer geworden, antwortete er;Sie sehen meine ganze Hütte ledig, meine Fran und Kin-der nackend, und mich entkräftet; so sauer ist es uns ge-worden. Der Flachs, den wir noch hatten, war bald auf-gesponnen ; das Pfund Brod galt ein Stück Garn, undunser waren nur drei), die spinnen konnten, und neunedie essen wollten. Zur Arbeit außer dem Hanse war kei-ne Gelegenheit, und wie Weyhnachten heran kam, warunser Flachs versponnen und verzehrt; ach, ihr traurigeWeyhnachten! Meine Fran hatte ihre Röcke und Mützenbereits versetzt; wir konnten nicht zur Gottes Kirchenzehn. Sonst war nichts im Hause, woraus wir einigesGeld hatten lösen können, außer einer Kuh; ich wolltesie wegführen sie zu verkaufen. Aber meine Fran undKinder hielten ste fest umarmt, und wir schrien alle und

stau-