86 Sie tanzte gut und kochte schlecht.
wir erst redeten, ein Jahr bey ihm gewesen: so liefertesie ihm ans dem Molkenwerke von einemIahre i Zo ^Ha-ler, und die Haushaltung war dabei) ohne fremd? Buttergeführet worden. Sie hatte ein Drittel weniger, alsin den vorigen Iahreu geschehen, einfchlachten lassen,und hatte noch einen hübschen Vorrath vom alten, wie eswieder zum neuen Einfchlachten gieng. Es waren 270Himteu Brodkorn weniger verfressen oder verschleppt;und aus dem Flachse, da sie solchen in ihrem Haushaltnicht mitVortheil hatte verspinnen lassen können, nundas Geld zu einigen Stücken Drell gewonnen. MeinOheim hatte dabey keine Rechnungen bey dem Weißbek-ker und Schlachter in der Stadt; sondern erster war mitKorn und letztrer mit Schlachtvieh aus der eignen Zuchtbezahlt. Anfanglich sahen die verheyratheten Kinder diesePerson, die gwichwohl eine nahe Verwandtin von ihnenist, mit bösen Augen an, und wünschten sie über alleBerge. Allein es waren nicht zwey Jahre verflossen:so verehreten sie dieselbe als ihre Mutter. Die jüngsteTochter verlohr ihren Mann, und blieb mit zween Kin-dern in der größten Dürftigkeit sitzen, weil der Verstor-bene eine weitlanstige und glanzende Pachtung, aber auchheimliche Schulden gehabt hatte. Sie nahm daher wie-der zum alterlichen Hanse ihre Zuflucht, und, sollten Siees wohl glauben? eben diese Person hat aus der jungenWittwe eine aufmerksame Hanswirthin gemacht. KeineHochachtnng kann größer seyn, als die, so sie der unge-lenken Tänzerin bezeiget, der freylich die Schnlterknochennicht so abgerundet sind als andern, da sie einen Kesselvon zween Eymern rasch aufs Feuer bringt, und allesmir angreift, was in der Haushaltung vorkommt; dieaber doch durch ihr gutes und gefalliges Wesen einen je-den einznnehmen weiß. Wenn eine solche Person miteben der Feinheit tanzen sollte, womit ihre Mad. Tochtertanzt: so würde dieses in Wahrheit zu viel gefordert seyn.
Für